Narva: Kündigungen kommen noch im Dezember

Der Lampenhersteller hat gestern das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Gekündigte Mitarbeiter sollen ein halbes Jahr in einer Transfergesellschaft betreut werden.

Brand-Erbisdorf.

Das sogenannte Schutzschirmverfahren beim Leuchtstofflampenhersteller Narva in Brand-Erbisdorf geht in die nächste Phase: Die Geschäftsführung hat gestern bei Gericht einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens hervor. Demzufolge soll noch im Dezember ein Sanierungsplan bei Gericht eingereicht werden, sodass das Verfahren im Frühjahr beendet werden könne, heißt es.

Narva hatte sich im September unter das Schutzschirmverfahren begeben, um sein Geschäft neu strukturieren und wieder in die Gewinnzone führen zu können. Allerdings ist dieser Schritt mit gravierenden personellen Einschnitten im Betrieb verbunden: Rund 250 Arbeitsplätze von insgesamt 370 sollen laut Geschäftsführung abgebaut werden. Noch im Oktober hatte Betriebsratschefin Heike Schädlich gehofft, dass vielleicht weniger als die Hälfte der Belegschaft von einer Kündigung betroffen sein werde. Anfang November allerdings erfuhren die Beschäftigten, dass rund zwei Drittel der Belegschaft die Arbeit verlieren würde.

Wie das Unternehmen gestern mitteilte, sei die angekündigte Transfergesellschaft eingerichtet, in die alle von Kündigung betroffenen Mitarbeiter wechseln könnten. Nach Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat sei allen das Angebot unterbreitet worden, in dieser Gesellschaft bis Ende Juni 2017 weiterbeschäftigt zu werden. Die Mitarbeiter sollten in den sechs Monaten so schnell wie möglich wieder in neue Beschäftigungsverhältnisse vermittelt werden. Allerdings heißt es von Narva auch, dass Beschäftigte, die dieses Angebot nicht annehmen, noch im Dezember ihre Kündigung mit Frist zum 31. März 2017 erhielten. "So schwer dieser Weg auch ist. Nur durch die Neuausrichtung kann es gelingen, die verbleibenden etwa 115 Arbeitsplätze und unser Traditionsunternehmen selbst zu erhalten", sagt Geschäftsführer Dr. Olaf Hansen.

Narva will sich künftig auf die Entwicklung sowie Produktion von Speziallampen für die Besonnungsindustrie konzentrieren und die Entwicklung kundenspezifischer LED-Lösungen vorantreiben. Im ersten Quartal 2017 soll die Neuausrichtung starten.

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