Saydaer Schüler durchforsten die Tageszeitung

Im Fach Gemeinschaftskunde nimmt die Klasse 8b die "Freie Presse" unter die Lupe. Es geht ums Filtern, Zusammenfassen, Darüberreden.

Sayda.

Jeder kennt es: Das Rascheln von Papier, wenn man eine Tageszeitung aufschlägt. Mittwoch, Doppelstunde Gemeinschaftskunde in der Klasse 8b an der Oberschule Sayda: 24 Schülerinnen und Schüler lesen die "Freie Presse", das Rascheln erfüllt den Raum.

Die Oberschule nimmt teil am Projekt "Zeitung im Unterricht" und bekommt einen Monat lang täglich die aktuelle Tageszeitung geliefert. Einige Lehrer nutzen diese für Zeitungsarbeit im Fach Deutsch: Es geht dann darum, wie eine Zeitung aufgebaut ist, wie Texte funktionieren, welche Sprache benutzt wird und was etwa einen Bericht von einem Kommentar unterscheidet.

Therese Schlegel ist Lehrerin für Gemeinschaftskunde und bedauert, dass die Zeitungsarbeit in diesem Fach nicht mehr im Lehrplan steht. Trotzdem beginnt sie, dank des Projektes, die Doppelstunde mit einer halben Stunde Zeitung. "Die Schüler schauen sich die aktuelle Ausgabe an, lesen zehn Minuten , stellen den Artikel kurz vor, der sie am meisten interessiert hat und dann reden wir darüber", erklärt sie.

Miriam und Lena legen gleich mit Textmarkern, Schere, Leim und Glitzerstiften los: Den Artikel über die Freibäder in der Region fanden sie spannend, "und Tiergeschichten lese ich gern", sagt Lena. Randy bleibt auf der Politikseite bei dem Foto eines zerstörten Polizeiautos und der Meldung "48 Tote bei Anschlag in Afghanistan" hängen. Marlon fand die Sportseite interessanter und stellte seinen Mitschülern die Meldung zur WM der Rhythmischen Sportgymnastik in Russland vor. Josy wiederum fand die Meldung zu einem umgekippten Lastwagen auf den Philippinen spannend.

"Das Wesentliche rausfiltern, in wenigen Worten zusammenfassen, das fällt vielen schwer. Aber das können wir so gut üben", sagt Therese Schlegel. Mit den Neuntklässlern kann sie schon anders an Zeitungsarbeit rangehen. Die Schüler schauen sich die Zeitung online an, im Unterricht werden aktuelle politische Themen diskutiert. "Das war sehr gut, um über die Landtagswahl zu sprechen. Die Schüler haben geschaut, wie hoch die Wahlbeteiligung in ihrem Ort war und welche Parteien wie gewählt worden sind. Die AfD ist auf jeden Fall Thema bei den Schülern", erzählt sie. In Klasse 8 geht es aber erst einmal darum, einen Zugang zur Tageszeitung zu finden.


Seit dem Jahr 2012 mehr als 26.000 Schüler erreicht

Das Projekt "Zimu - Zeitung im Unterricht" gibt Schülern der Klassen 7 bis 10 Gelegenheit, vier Wochen die "Freie Presse" kostenlos zu lesen und so einen Einblick in die Zeitung zu bekommen. Hauptprojektpartner ist der Energieversorger Envia M. Der Weg durch die Medienwelt kann auch via Tablet begleitet werden. Die Firma Komsa AG Hartmannsdorf stellt dafür mehrere Klassensätze an Tablets zur Verfügung. Anmeldungen für das Zimu-Projekt, speziell von Tabletklassen, werden noch angenommen. Auch eine Besichtigung des Druckhauses der "Freien Presse" ist möglich.

Neben der Oberschule Sayda beteiligen sich auch die Oberschulen Niederbobritzsch, Rechenberg-Bienenmühle und Clara Zetkin in Freiberg sowie die Albert-Schweitzer-Förderschule sowie das Förderzentrum Käthe Kollwitz am Zimu-Projekt.

Anmeldungen sind jederzeit noch online möglich unter

freiepresse.de/zeitung-im-unterricht

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