Schwerbehinderter: Ich trage eine Maske

Das Echo auf den Beitrag zur Maskenpflicht für Leute mit Schwerbehindertenausweis in einem Freiberger Fachmarkt ist geteilt. Ein Schwerbehinderter erklärt nun, warum er trotzdem eine Maske trägt.

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88 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    3
    acals
    09.12.2020

    Ich war sehr angetan/berührt von Ihrem bericht, @censor, und teile diesen ihnhaltlich voll. Gerne mehr davon aus Ihrer Feder.

  • 4
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    censor
    09.12.2020

    @872... Was ein schwer behinderter Mensch ist, ergibt sich doch schon aus dem Begriff: er ist schwer behindert. Der Ausweis stell keine Bevorteilung dar, sondern einen Nachteilsausgleich.

    Ich habe seit 20 Jahren einen SB-Ausweis und kann Ihnen versichern: es geht eher ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein solcher Ausweis ohne intensive Vorprüfung der Berechtigung ausgereicht wird.

    Nun zur Atembehinderung mit Maske: Auch ein Behinderter mit einer Skeletterkrankung kann unter Atemnot leiden, weil er sich bspw. viel mehr anstrengen muss, um sich zu bewegen, da der physikalische Widerstand der Gelenke höher ist als bei einem Gesunden. Es muss nicht immer eine Lungenerkrankung sein, die zu Atemnot führt, und wenn ein Lungenkranker eine künstl. Sauerstoffzufuhr braucht, ist es idR weit hinein bös.

    Bitte, hört auf, als Nichtbehinderte darüber zu urteilen, wie es einem Schwerbehinderten im Alltag geht. Mit seinen Beschwerden will sicher niemand tauschen.

  • 5
    3
    Jarno
    09.12.2020

    @872889
    Vielen Dank für diesen Beitrag. Besser kann man es gar nicht ausdrücken. So sollte es auch der letzte verstanden haben. Ein Schwerbehindertenausweis sollt nicht als Freifahrtsschein genutzt werden um die ungeliebte Maske nicht tragen zu müssen. Dafür ist er nicht gedacht. Wenn man Krankheit oder Tot von anderen in Kauf nimmt, die nichts für die Behinderung anderer können, ist das schon mehr als rücksichtslos. Dafür gäbe es ganz andere Bezeichnung.

  • 10
    5
    872889
    09.12.2020

    Nicht nachvollziehbar ist letztlich die durch das Sächsische Sozialministerium pauschal ausgesprochene Befreiung von der Maskenpflicht für schwerbehinderte Menschen. Mag das für einzelne (wenige) Gruppen Schwerbehinderter nachvollziehbar und gerechtfertigt sein, für den Großteil jedoch nicht. Bsp.: Ein schwerbehinderter Mensch, der dauerhaft auf eine Sauerstoffbeatmung angewiesen ist oder sonst eine schwere Herz- oder Lungenerkrankung hat, wird tatsächlich kaum eine Maske tragen können. Dieser hat aber - falls er überhaupt das Haus verlassen kann/sollte - ein erhebliches Interesse daran, dass seine Mitmenschen zum Schutz eben solcher Personengruppen eine Maske tragen. Warum aber z.B. Schwerbehinderte mit orthopädischen Leiden usw. keine Maske tragen müssen, erschließt sich mir nicht. Und das Thema „gegenseitige Rücksichtnahme“ gerade auch innerhalb dieser Personengruppe möchte ich jetzt gar nicht anführen - denn diese Charaktereigenschaft ist leider vielen Menschen abhanden gekommen.

  • 13
    4
    Jarno
    08.12.2020

    In dem Beitrag ist nicht erwähnt warum dieser Mann einen Schwerbehindertenausweis hat. Deshalb sollten mal alle etwas runterfahren.
    Hat er diesen nicht wegen einer Atembehinderung, sondern z. B. wegen einer Gehbehinderung, sollte er zwingend eine Maske tragen. Dies ist hier alles nicht erwähnt oder erklärt.
    Ich finde es eher anmaßend, das hier Leute urteilen, die nicht vor Ort waren und Details kennen.
    PUNKT

  • 6
    18
    mops0106
    08.12.2020

    Phrase von Markus Söder bei einer Pressekonferenz im Oktober: „Die Maske ist ein Instrument der Freiheit“. Sorry, ich muss da an Georg Orwell denken.
    "Wer einen Schwerbeschädigtenausweis hat und die Maske tragen möchte/kann, kann das tun. Aber keiner, egal ob maskentragender Schwerbehinderter oder Gesunder, sollte sich anmaßen, für andere, die er nicht kennt, einzuschätzen, ob das Tragen möglich ist oder nicht."
    Die zitierte Meinung habe ich geäußert und stehe dazu. Wenn ich bedenke, was mir als krankem Menschen (mit Schwerbeschädigtenausweis) seit Monaten zugemutet wird, obwohl ich ja zu denjenigen gehöre, die geschützt? werden sollen, obwohl ich das nie verlangt habe. Meist trage ich das Teil, obwohl es mir nach ein paar Stunden draußen dann noch viel schlechter geht als sonst. An Tagen, an denen es mir absolut nicht möglich war, wurde ich nicht oder nur nach Betteln in Geschäfte gelassen, ich wurde als Kriminelle beschimpft, die weggesperrt gehört, mir wurde der Tod gewünscht...

  • 9
    23
    censor
    08.12.2020

    Ich empfinde es als Anmaßung, pauschal von sich auf andere zu schließen. Wenn der Mann trotz seiner Behinderung in der Lage ist, eine Maske zu tragen, dann soll er froh sein, dass er es ohne Beeinträchtigung kann.

    Die Befreiung von der Maskenpflicht ist für den Befreiten nicht bindend. Er ist nicht verpflichtet, keine Maske zu tragen.

    Viele andere können es nicht und haben im Alltag zusätzlich zu ihren Leiden Repressalien u Ausgrenzung zu erdulden.

    Sie bekommen schon ohne Textil vor Mund und Nase schlecht Luft. Mit Maske kann es zu Atemnot u/o Panikattacken bis zum akuten Notfall kommen.
    Bei jedem Mensch äußern sich Erkrankungen u Symptome anders.

    Man darf dieses Problem nicht pauschalisieren u sollte aufhören, Maskenbefreite unter sozialen Druck zu setzen bzw ihnen mangelhafte Solidarität zu unterstellen. Wer Maske trägt, schützt damit explizit diesen besonders schützenswerten Personenkreis. Auch das ist Solidarität.

  • 26
    2
    nnamhelyor
    08.12.2020

    Bald müssen solche, nicht lebensnotwendigen, Geschäfte wieder schließen. Dann braucht es auch keine Diskussionen mehr um den Zutritt mit oder ohne Maske!