Spontaner Feuerwehr-Korso als Abschiedsgruß

Gänsehaut an der Frauensteiner Straße: Einsatzkräfte der Region sagten nun auf ihre Art Adieu zu den Mitarbeitern der Freiberger Rettungsleitstelle. Die tun künftig in Chemnitz Dienst.

Freiberg.

Großes Spektakel am Dienstagabend auf der Frauensteiner Straße in Freiberg. Mit Blaulicht und Martinshorn fuhren 19 Fahrzeuge von Feuerwehr, THW sowie DRK am Landratsamt vorüber. Die Retter sagten damit auf ihre Art Adieu zu den zwei Dutzend Mitarbeitern der Freiberger Rettungsleitstelle, die bis Dienstag an der Frauensteiner Straße die Notrufe des gesamten Landkreises entgegennahmen, die Retter alarmierten und die Einsätze koordinierten. Nun hat die Regionalleitstelle Chemnitz diese Aufgabe auch für Mittelsachsen übernommen, die Freiberger Dispatcher wechseln nach Chemnitz. Als bei einem der letzten Anrufe am Dienstagabend gegen 18 Uhr in der Freiberger Leitstelle das Telefon klingelte, lief aber kein Notruf ein. Sondern einfach der Hinweis: Man möge doch mal die nächsten Minuten aus dem Fenster schauen.

Der Mann, der das durchgab, war Monty Erler, Organisator des Spektakels. Erler ist bei der Feuerwehr Freiberg hauptamtlich beschäftigt und übernahm in diesem Jahr auch den Posten des Gemeindewehrleiters in Bobritzsch-Hilbersdorf. Wie er erzählt, hat sich zum Team in der Leitstelle über die Jahre ein mehr als kollegiales, nämlich freundschaftliches Verhältnis ausgebildet. Einen Tag vor der Schließung der Freiberger Leitstelle kam ihm die Korso-Idee. "Die spontanen Aktionen sind oft die besten", so Erler. Er griff also zum Telefon - und rannte mit seinem Vorschlag offene Türen ein.

Wehren aus Hilbersdorf, Naundorf, Oberbobritzsch, Halsbrücke, Krummenhennersdorf, Langenau und St. Michaelis ließen es sich nicht nehmen, beim Abschiedsgruß dabei zu sein. Ebenso wenig die Schoeller-Werksfeuerwehr aus Weißenborn, die Freiberger Ortsgruppe des THW sowie das DRK. Man traf sich in der Carl-Schiffner-Straße im Saxonia-Gewerbegebiet. Dann ging es lautstark die Frauensteiner Straße hinunter. Von Gänsehaut berichtet Erler. Bei den Leuten in den Fahrzeugen. Und bei den Dispatchern in der Leitstelle erst Recht.

"Für die Mitarbeiter der Rettungsleitstelle war es berührend, mit einer solchen Geste verabschiedet zu werden", sagt Steffen Kräher, der zuständige Abteilungsleiter im Landratsamt. "Vor allem ehrenamtliche Kräfte haben daran mitgewirkt. Sie haben damit den Beschäftigten einen einmaligen Abschluss beschert, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird."

 

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