Sportler trainieren in Siebenlehn für die Weltmeisterschaft

Ab dem heutigen Dienstag treten drei Mitglieder des Fördervereins Romanusbad bei der WM im slowenischen Bled an. Doch die Konkurrenz ist groß.

Siebenlehn.

Wenn am heutigen Dienstag im slowenischen Bled die Weltmeisterschaft im Winterschwimmen beginnt, drücken viele Siebenlehner und Freiberger die Daumen. Denn unter den rund 1000 Startern sind auch drei Mitglieder des Fördervereins Romanusbad: die gebürtige Freibergerin Conny Prasser aus Moritzburg, Katleen Schierz aus Freiberg und Kathrin Döring aus Freital. "Wir freuen uns sehr darüber und sind ganz stolz", sagte Vereinschef Herbert Grahl am Montag.

Conny Prasser tritt bei sechs Wettkämpfen zwischen 50 Metern und 1000 Metern Freistil an, auch bei 200 Metern Brustschwimmen geht sie an den Start. Die 44-jährige Diplomkauffrau und Diplomrechtspflegerin wurde im Januar 2017 in ihrer Altersklasse Vizeweltmeisterin in 1000 Meter Freistil bei unter 5 Grad Celsius Wassertemperatur.

Dabei hat sich Conny Prasser dem Winterschwimmen erst vor etwa vier Jahren verschrieben. Als die frühere Triathletin mit dem eisigen Vergnügen anfing, steckte diese Sportart fast noch in den Kinderschuhen. "Im Oktober 2015 war ich in einem See bei Moritzburg schwimmen - und ich habe einfach über den Winter weitergemacht", erzählt sie. Beim Winterschwimmen gehe es nicht nur um die Kälte, sondern auch um Schnelligkeit.

Klar fühlten sich die eisigen Fluten anfangs wie Nadelstiche an. "Doch das legt sich nach ein, zwei Minuten. Dann wird es warm", sagt Conny Prasser. Beim Training sei sie in der Regel etwa zehn Minuten im Wasser. Ihre längste Strecke sei bisher eine "Eismeile", also 1,6 Kilometer gewesen, die sie in einer halben Stunde bewältigte.

Vor dem Start wärme und lockere sie sich auf - natürlich an Land. Nach dem Wettkampf gehe sie langsam in einen erwärmten Raum und nach einer Akklimatisierungsphase - wenn vorhanden - in die Sauna oder unter die (lauwarme) Dusche. Was ihr Mann von ihrer verrückten Sportart halte? Conny Prasser lacht und sagt: "So verrückt ist Winterschwimmen gar nicht." Dann fügt sie hinzu, dass ihr Mann sie häufig zu den Wettkämpfen begleitet.

Für die diesjährige WM will sie noch keine Prognose abgeben. "Die Konkurrenz ist sehr stark, es sind über 1000 Teilnehmer. Es wäre schön, wenn ich ein-, zweimal auf das Treppchen käme", sagt die Moritzburgerin. Sie ist übrigens auch Langstreckenschwimmerin, hat beispielsweise die doppelte Bodenseebreitenquerung (22 Kilometer) in 7,29 Stunden geschafft.

Gesponsert werden die drei WM-Starterinnen des Siebenlehner Fördervereins von der Siebenlehner Obstkelterei Kurt Heide. Im Gegenzug unterstützen die Sportlerinnen und der frühere Schwimmstar Jens Kruppa, Silbermedaillengewinner (4 mal 100 Meter Lagenstaffel) bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen, den Verein bei den Schwimmwettkämpfen zur Beachparty.

Übrigens erlebt das Eisbaden in Siebenlehn gerade einen Boom, berichtet Herbert Grahl. "Am Sonntag waren wir wieder 16 Eisbader aus Siebenlehn, Freiberg und Umgebung. Hinzu kamen noch sieben Zuschauer." Seit Jahren hätten die unerschrockenen Badefreunde in der Grippezeit keine krankheitsbedingten Ausfälle. "Einer von uns hat mal wegen einer Erkältung vier Tage geschwächelt. Dann war er wieder mit dabei", so Grahl.

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