"Villa Kunterbunt" wächst in Windeseile

Der Rohbau der Kita im künftigen Freiberger Gellertquartier steht. Kinder und Erzieher sind schon sehr ungeduldig.

Freiberg.

Seit Luther sind es die Apfelbäumchen, mit denen sich Hoffnung und Zukunft verbindet. Kinder der Tagesstätte "Villa Kunterbunt", die sich in Trägerschaft der Kinderarche Sachsen befindet, pflanzten am Freitag eines der Sorte Rebella, die als besonders robust gilt.

Anlass war das Richtfest für den Neubau der Kita. In immens schneller Zeit, wie es Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) formulierte, war der Rohbau in den vergangenen Monaten auf dem Gelände des künftigen Gellertquartiers emporgewachsen. Zwischen Lessing-, Dr.-Külz-, Heinrich-Heine- und Gellertstraße sollen in den kommenden Jahren noch Eigentums- und Mietwohnungen sowie ein Objekt für Betreutes Wohnen entstehen.

Die Kita macht den Anfang, ganz in der Nähe, wo sie früher zu finden war. "Der Neubau steht auf der Fläche des ehemaligen Forschungsinstitutes für Nichteisenmetalle", erläutert Arne Gorzolla vom Baubüro Freiberg, welches mit den Arbeiten betraut worden ist. Genau wie OB Krüger staunt auch er ein wenig darüber, wie schnell das Projekt vorangekommen ist. Seit dem Frühjahr laufen die Arbeiten. Schwierigkeiten gab es keine und man habe gute Handwerker gefunden, so Gorzolla.

Die momentan 80 Kita-Kinder sind derzeit in der ehemaligen Tagesstätte des Kinderschutzbundes an der Friedeburger Straße untergebracht. Wenn Ende des nächsten Jahres der Neubau vollendet ist, wird darin Platz für 140 kleine Bewohner sein. "Die bauplanerische Herausforderung war, für so viele Kinder Platz zu schaffen und die Räumlichkeiten passend aufzuteilen", erläutert Gorzolla. "Also das Separieren ebenso zu ermöglichen wie das Zusammensein."

Es habe sich vor ein paar Jahren die städtebauliche Chance geboten, auf dem Gelände etwas Neues zu entwickeln, sagt Sven Krüger. Zunächst musste man überlegen, was am sinnvollsten ist: eine Sanierung vorhandener Gebäude oder deren Abriss. Für die alte Kita sei auch ein Anbau angedacht worden. Schließlich habe man sich aber entschieden, größer zu denken. "Mut" nennt dies Arne Gorzolla, denn gleich ein ganzes Quartier neu entstehen zu lassen, das sei eine ganz andere Aufgabe, als nur mal ein Gebäude zu errichten.

Allein für den Kauf der Fläche und den Abbruch im vergangenen Jahr habe die Stadt 2 Millionen Euro aufgewendet, so Krüger. Geld, das irgendwann durch den Verkauf von Wohnungen wieder herein kommen soll. Weitere 4,5 Millionen Euro kostet der Kita-Neubau, wobei 1,7 Millionen Euro Fördermittel dafür fließen. Da man in der Villa Kunterbunt nach dem Kneipp-Prinzip lebt, wird es auch künftig ein Wassertretbecken geben, ebenso einen Kräutergarten. Der Alltag im Ausweichquartier sei bislang ganz gut, meint Kita-Leiterin Anne Maria Stahl. "Allerdings regnete es in dieser Woche durch das Dach", fügt sie an. Ein Grund mehr, sich auf die neue Kita zu freuen, die Weihnachten 2021 übergeben sein soll.

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