Weißenborner sollen besser vor Hochwasser geschützt werden

Bürgermeister Udo Eckert gibt einen Ausblick auf die Vorhaben für 2020 - und geht mit Freistaat und Landratsamt ins Gericht.

Weißenborn.

In der Gemeinde Weißenborn stehen dieses Jahr zwei Hochwasserprojekte im Vordergrund. Zum einen soll begonnen werden, erläutert Bürgermeister Udo Eckert (FDP), eine Entlastungsleitung für den Münzbach vom Lother Teich um das Oberdorf des Ortsteils Berthelsdorf zu verlegen. Für das Projekt seien dieses Jahr rund 500.000 Euro und im nächsten Jahr etwa 1,5 Millionen Euro vorgesehen.

Das zweite Vorhaben sei der zweite Bauabschnitt bei der teilweisen Offenlegung des Wernergrabens nahe der Freiberger Straße in Weißenborn. Für die Arbeiten, die voriges Jahr begonnen worden waren und im Bereich der Straße Am Wernergraben vollendet werden sollen, seien gut 200.000 Euro eingeplant.

Wie andere Amtskollegen auch wünscht sich der Chef des Weißenborner Rathauses für seine Gemeinde weniger Bürokratie und staatliche Bevormundung sowie "mehr Achtung der gesetzlich fixierten kommunalen Selbstverwaltung". Besonders positiv und völlig ungewohnt sei diesbezüglich die 70.000-Euro-Pauschale, die das Land jährlich von 2018 bis 2020 zahle: "Da durften wir endlich mal selbst entscheiden, was wir damit machen." Weißenborn habe zwar ein Jahresbudget von 11 Millionen Euro und entrichte jährlich rund 1Million Euro "Reichensteuer", aber trotzdem sei es schön, "mal was zurück zu bekommen von der vielen 'Solidarität', die wir jedes Jahr leisten (müssen)."

Zugleich sieht Eckert hier noch viele Baustellen: "Der ländliche Raum ist so stark wie er sich selbst macht und wie man ihn sich stark machen lässt!" Entscheidend sei die wirtschaftliche Basis. Aber: "Wenn die wesentlichen wirtschaftlichen und kommunalpolitischen Entscheidungen in der Landesregierung getroffen werden, wo ist da die Stärkung des ländlichen Raumes?" Als Beispiele nennt Eckert das Veto gegen den Zusammenschluss von Frauenstein und Hartmannsdorf sowie Beschränkungen beim Ausweisen von Bauland: "Es soll doch jeder selbst entscheiden können, wo er wohnen will. Besonders, wenn er in Weißenborn arbeitet."

Kritisch sieht der Liberaldemokrat auch die Fördermittel-Vergabe an "Leuchttürme" nahe der Großstädte. Weiter fragt er: "Warum darf eine Gemeinde mit absolut solider Finanzlage nicht selbst entscheiden, ob sie einen Bürgermeister im Haupt- oder Ehrenamt haben will?! Warum wird an den uneffektiven und unerfreulichen Verwaltungsgemeinschaften festgehalten, obwohl man erkannt hat, dass sie zu keiner effektiven und bürgerfreundlichen Kommunalwirtschaft führen?!"

Vor zehn Jahren habe sich Weißenborn noch mit 180.000 Euro pro Jahr an der Verwaltungsgemeinschaft mit Lichtenberg beteiligt. Inzwischen seien es 360.000 Euro. Die Verdoppelung der Kosten entspräche weder der Lohnsteigerung noch der Leistungsentwicklung: "Darauf haben wir als Mitgliedsgemeinde leider zu wenig Einfluss."

Als "ganz generelle Herausforderung" bezeichnet Eckert die bessere Gestaltung der demografischen Entwicklung der Gemeinde: "Wir haben immer noch zu viel Wegzug von jungen Leuten aus der Gemeinde." Das biologische Saldo von Geburt und Alter sei bereits positiv, aber die Wegzüge aus beruflichen oder familiären Gründen beeinflussten die Bevölkerungsentwicklung immer noch negativ: "Hier müssen wir uns ernsthaft Gedanken machen."

Im neuen Jahr freue er sich "auf eine ruhige und sachbezogene Arbeit für unsere Gemeinde und ihre Bürger", so Eckert abschließend. Besondere Höhepunkte gebe es 2020 nicht: "Erst in 2021 steht das Jubiläum 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Weißenborn an." Die Vorbereitung darauf laufe dieses Jahr.

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