Zum Jubiläum gibt's zwei große Präsente

Das Montessori-Kinderhaus in Freiberg wird 50. Das Ereignis soll nicht nur mit einer Festwoche begangenen werden. Es gibt auch besondere Attraktionen für die Kita-Besucher.

Freiberg.

Michael Kaden und Rüdiger Bachmann vom Unternehmen Spiel-Spaß-Freizeit aus Sayda sind für die kleinen Bewohner des Montessori-Kinderhauses an der Freiberger Ziolkowskistraße derzeit die interessantesten Erwachsenen. Sie sind interessanter noch als die Erzieher. Denn sie schrauben und hämmern gerade an einem neuen Bauwerk herum, welches in den vergangenen Tagen aus dem Boden des großzügigen Freigeländes gewachsen ist und in der kommenden Woche endlich fertig sein soll.

Dabei handelt es sich um einen Kletterturm, der die bereits vorhandenen Spielgeräte ergänzt und außerdem jede Menge Platz für neue Abenteuer bietet. Zeitgleich wird in einer anderen Ecke des Gartens die Matschanlage aufgebaut, die den passenden Namen "Erzwäsche" tragen wird.

Diese beiden neuen Attraktionen sind sozusagen ein Geschenk, denn das Kinderhaus feiert seinen 50. Geburtstag, und zwar mit einer Festwoche. Vieles war im Vorfeld allerdings ganz anders geplant, erzählt Einrichtungsleiterin Roswitha Beidatsch, aber die Pandemie zwang zu Veränderungen im Ablauf. So musste der eigentlich für den kommenden Dienstag vorgesehene Tag der offenen Tür verschoben werden. Dafür gibt es aber am Montag als Auftakt der Festwoche ein großes Piratenfest. "Unsere Freifläche beträgt 9000Quadratmeter", berichtet Roswitha Beidatsch. "Da lassen sich die einzelnen Gruppen leicht voneinander trennen." In sieben Gruppen werden die insgesamt 174 Kinder aufgeteilt. Kontakte untereinander werden vermieden, die Erzieher wechseln nicht untereinander. Unter Anleitung eines Profis gehen die Kinder auf Schatzsuche, und sie werden garantiert fündig werden.

Der Dienstag steht dann im Zeichen von Maria Montessori. An diesem Tag soll aber vor allem die Ostereiersuche nachgeholt werden, die nicht stattfinden konnte. Am Mittwoch kommt ein Zauberer. Am Donnerstag ist dann eine Feststunde geplant, während der nicht nur die Geschichte der Einrichtung dargestellt, sondern auch Roswitha Beidatsch als Leiterin nach 18 Jahren verabschiedet wird.

Die Kinder fiebern vor allem dem Donnerstag entgegen. Denn dann werden die beiden neuen Spielgeräte zum Toben freigegeben. Nicht nur die Saydaer Firma war daran beteiligt. "Auch die Eltern haben wieder einmal mit angepackt", sagt Roswitha Beidatsch. "Ganz kurzfristig waren helfende Hände bereit, Sand zu schippen und auszuschachten; das war einfach nur klasse." Sie selbst übergibt nun die Leitung an Juliane Pönisch, bleibt aber über ihre Mitgliedschaft im Vereinsvorstand dem Kinderhaus erhalten.


Bau aus DDR-Zeiten

Im August 1970 wurde die Kindertagesstätte unter dem Namen "Rosa Luxemburg" eröffnet. 64 Krippen- und 140 Kindergartenkinder waren die ersten Bewohner des Hauses. 1,7 Millionen DDR-Mark der DDR hatte der Bau gekostet.

Nach der Wende wurde die Einrichtung in "Spatzennest" umbenannt. Es folgte ein Geburtenknick. Nur noch ein Teil des Gebäudes wurde genutzt, der andere Teil diente als Ausweichquartier für Kitas, die in Freiberg saniert wurden.

2006 wechselte die Kita aus kommunaler in die Trägerschaft des Montessori-Vereins.

2007 wurde die Brandschutztechnik saniert; nach umfassender Rekonstruktion wurde die moderne Kindereinrichtung 2015 eröffnet. (wjo)


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