Wer soll die Kirche führen - und wohin?

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Zwei Männer und eine Frau stellen sich zur Wahl um die Nachfolge des zurückgetretenen Landesbischofs Carsten Rentzing. Merklich wollen alle drei die Wogen glätten. Wofür genau sie stehen, wird für Außenstehende dabei nur schwer sichtbar.

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1010 Kommentare

Warum wir unsere Kommentarfunktion auf der Homepage deutlich einschränken

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    Jemand
    08.02.2020

    @Distelblüte: "weder die evangelische noch die katholische Kirche ist eine Partei."

    Aber sie mischen sich in Politik ein und bekommen enorme finanzielle Zuwendungen und ihre Sozialkonzerne werden zu fast 100% von der öffentlichen Hand finanziert. Da kann man schon erwarten, dass sie liberale Ansichten vertreten und nicht alles gut heissen (waren ja auch Ihre zutreffenden Worte: Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht).

    @Distelblüte: "Ich bin sehr dankbar, dass sich Kirche heute anders verhält und anders versteht. Das ist auch der Zeit der Aufklärung zu verdanken."

    Das ist NUR der Aufklärung zu verdanken. Kirche hat sich hauptsächlich durch Druck von außen gemäßigt (natürlich gab es diesbezüglich auch interne Kräfte), sie gaben ihre Macht nicht freiwillig auf.

    @Distelblüte: "Ich fände es beängstigend, wenn wieder als Form der Kirchenzucht Meinungsvielfalt gleichgesetzt würde mit Häresie, mit Abfall vom Glauben."

    So lange nur Kirchenmitglieder davon betroffen wären und das für unsere Gesellschaft keine Relevanz hätte, wär es mir egal (da kann man sagen: selber Schuld, wer sich das bieten lässt und in einem solchen Verein bleibt). Wichtig ist, dass Kirche nie wieder solche Macht in der gesamten Gesellschaft bekommt - da müssen wir aufpassen (besonders, wenn christliche Fundamentalisten auch als "Schatz" angesehen werden).

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    gelöschter Nutzer
    08.02.2020

    @jemand: Ich habe jetzt lange überlegt, wie ich Ihnen Vielfalt in der Kirche erklären kann. Zum einen: weder die evangelische noch die katholische Kirche ist eine Partei. Sie ist auch nicht wie der Feuerwehr- oder Karnevalsverein. Mir ist bewusst, dass Kirche von außen rein institutionell gesehen wird; sie ist aber auch Gemeinschaft der Gläubigen - Gemeinschaft von Menschen, die einen individuellen Zugang zum Glauben und zu Gott haben.
    Zum anderen: Es gab lange Zeiten in der Kirchengeschichte, als Andersdenkende als Häretiker (Ketzer) oder Gotteslästerer, verfolgt und getötet wurden - Jan Hus ist ein prominentes Beispiel. Auch Luther wäre hier als historische Figur zu nennen, er wurde exkommuniziert (von der Gemeinschaft ausgeschlossen).
    Ich bin sehr dankbar, dass sich Kirche heute anders verhält und anders versteht. Das ist auch der Zeit der Aufklärung zu verdanken.
    Ich fände es beängstigend, wenn wieder als Form der Kirchenzucht Meinungsvielfalt gleichgesetzt würde mit Häresie, mit Abfall vom Glauben.

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    Jemand
    07.02.2020

    @Distelblüte: "Es gibt tatsächlich nicht DIE EINE, EINZIG WAHRE Bibelauslegung. Das wäre eine unzulässige Verengung."

    Fast zweitausend Jahre wird am Wort Gottes herumgeschraubt - da sollte doch wohl mal ein Konsens zu erwarten sein...?

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    gelöschter Nutzer
    07.02.2020

    @Jemand: Es gibt tatsächlich nicht DIE EINE, EINZIG WAHRE Bibelauslegung. Das wäre eine unzulässige Verengung. Es gibt Gruppen, die diesen engen Blick pflegen und zum Te die Bibeltext nicht historisch im Kontext betrachten, sondern Wörtlich nehmen. Natürlich nur bei den eigenen Interessen genehmen Texten wie der Verdammung von Homosexuellen. Bis jetzt hat noch keiner dieser Fundamentalisten den Vers beherzigt, keine Kleidung aus Mischgewebe zu tragen oder auf Schweinefleisch und Schalentiere zu verzichten.
    Kirche ist kein homogenes Ganzes, sondern so vielfältig wie die Menschen, die dazugehören.

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    Jemand
    07.02.2020

    @Distelblüte, laut Artikel finden es die drei Kandidaten toll, dass es ganz verschiedene Bibel-Auslegungen gibt, das sei als ein "Schatz" anzusehen (also auch der Kreationismus ist was Bereicherndes). Auch hier gilt Ihr Satz "Wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht." Wenn in der KIrche so eine Grundeinstellung herrscht, frage ich mich um so mehr, wofür (staatlich finanzierte) theologische Fakultäten gut sind, wenn deren Erkenntnisse (z. B. die der historisch-kritischen Methode der Bibelauslegung) in der Praxis sowieso nicht zum Tragen kommen und dem gemeinen Gläubigen statt dessen vermittelt wird: Glaube, was du willst (aber bleibe Kirchenmitglied)!
    Mal sehen, wohin der staatlich subverntionierte politische sowie theologische "Eiertanz" noch führt (ohne die vielen Privilegien wäre dieser Verein schon lange in der Bedeutungslosigkeit versunken).

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    gelöschter Nutzer
    06.02.2020

    @Jemand: Gut zusammen gefasst. Dennoch muss sich die Landeskirche nach rechtsaußen abgrenzen. Wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht.
    Mutmaßlich wird dabei ein wenig Porzellan zerschlagen werden. Das ist Teil des Prozesses. Im Bemühen, nur ja keinem auf die Füße zu treten, wird kein Fortkommen erzielt, nur ein Eiertanz.

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    Jemand
    06.02.2020

    @Distelblüte: "Ähnlich verhält es sich auch hier in Sachsen: im Wunsch, besonders fromm, bibeltreu(wortgetreu) und werterhaltend zu sein, ignorieren viele konservativ-evangelikale Christen das völkisch-nationale Gedankengut rechtsradikaler Parteien. "

    Ich denke, es steckt nicht nur Ignoranz dahinter, sondern auch ein Stück weit Zustimmung. Evangelikale nehmen Bibelsätze wie " Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe." noch ernst; sie wollen (im Gegensatz zu liberalen Christen) nicht wirklich nur eine von vielen Religionen/ Weltanschauungen sein - sie wollen ihre Religion durchsetzen, so wie es die Bibel ja auch verlangt. Da ist es nicht verwunderlich, dass Evangelikale zumindest ein gestörtes Verhältnis zur Demokratie haben und undemokratische Vorstellungen nicht konsequent ablehnen.

    @Distelblüte: "Es wird für die evangelische Kirche keine nennenswerte Zukunft geben, wenn sie nicht aus den Fehlern ihrer eigenen Vergangenheit lernt und klar den Unterschied zwischen wertkonservativ und rechtsextrem benennt."

    Das wird schwer, denn der Übergang ist fließend. Und man hat alle lieb, die sich "Christ" nennen.

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    gelöschter Nutzer
    06.02.2020

    @Jemand: Zustimmung. Und doch möchte ich um folgendes Zitat ergänzen:
    „Das Wort ‚evangelikal‘ hatte lange Zeit einen positiven Beigeschmack, es stand für theologische Tiefe und eine reichhaltige Geschichte. Aber das ist vorbei. Heute ist ‚evangelikal‘ ein Synonym für ultra-konservative Politik. Und das ist ein Problem. Das ist gefährlich für unser Land, für unsere Kultur, für die Rolle der USA in der Welt. Und es ist eine Katastrophe für den evangelikalen Glauben.“
    Quelle ist dieser Beitrag im Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunk.de/zu-viele-suenden-evangelikale-kritik-an-donald-trump.886.de.html?dram:article_id=468411
    Ähnlich verhält es sich auch hier in Sachsen: im Wunsch, besonders fromm, bibeltreu(wortgetreu) und werterhaltend zu sein, ignorieren viele konservativ-evangelikale Christen das völkisch-nationale Gedankengut rechtsradikaler Parteien. Werden sie dann mit Fragen zu diesem Sachverhalt konfrontiert, folgt Schweigen, der Abbruch des Gesprächs und des persönlichen Kontakts.
    Es wird für die evangelische Kirche keine nennenswerte Zukunft geben, wenn sie nicht aus den Fehlern ihrer eigenen Vergangenheit lernt und klar den Unterschied zwischen wertkonservativ und rechtsextrem benennt. Und den Mut findet, danach konsequent zu handeln. Das dürfte gerade im Erzgebirge und Vogtland schwierig werden, halten sich doch gerade hier sehr viele Christen für besonders fromm.

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    Interessierte
    06.02.2020

    Ins Aus - würde ich mal sagen …

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    Jemand
    06.02.2020

    Ist schon eigenartig, dass unter der Ruprik "Politik" eine dreiviertel Seite verschwendet wird, um zu berichten, wer in Zukunft das Oberhaupt einer religiösen Gruppierung (welche massiv Mitglieder verliert) sein wird. Da sieht man wieder auf erschreckende Weise, wie Religion und Politik verfilzt sind.
    Ich hab mir den Artikel trotzdem durchgelesen. Am meisten war ich über Weyers Aussage, sie mag Evangelikale genau so wie liberale Christen, erschrocken. Ich kann ja verstehen, dass sie bei allen Christen punkten will, aber das Hofieren der Evangelikalen geht gar nicht.
    Das Ganze könnte mit als Nichtchrist ja egal sein, da aber auch meine Steuergelder für diese bedenkliche religiöse Gruppe benutzt werden und diese Leute noch an unsere Schulen gelassen werden (konfessioneller RU), ist sowas für mich eine Zumutung.


    https://www.domradio.de/video/trump-setzt-im-wahlkampf-auf-evangelikale