Bunt und laut fasziniert Besucher

Die Exotenzüchter sind mehr geworden, haben aber bald ein Problem: Sie müssen sich ein neues Domizil suchen.

Rodewisch.

Zwei Sinne bedienten die Ziergeflügel- und Exotenzüchter Vogtland mit ihrer Ausstellung in Rodewisch: Sehen und Hören. Vor allem der bunten Farben wegen stehen Besucher oft staunend vor den Volieren. Knallige Rot-, Gelb-, Grün- und Blautöne kombiniert die Natur im Gefieder der Exoten, die mal klein wie die Finken oder wie die Aras mit 60 Zentimeter Körpergröße richtig groß daherkommen. Aber auch Zierenten und -gänse wurden bestaunt. Für alle Besucher gab es dann noch etwas auf die Ohren, denn von ein paar Ausnahmen abgesehen, haben die farbenfrohen Vögel ein gewaltiges Stimmorgan.

"Wer sich für eine Außenvoliere entscheidet, sollte einen guten Draht zu seinen Nachbarn haben", war einer der Tipps von Peter Stemmler, Vorsitzender des Vereins, für Neuzüchter. Derer gab es in den zurückliegenden beiden Jahren zehn. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Mit dem Ende der diesjährigen Ausstellung ist der Verein sozusagen obdachlos. Das BAV-Gebäude steht vor dem Abriss. Damit fehlt dem Verein nicht nur sein Ausstellungsraum, sondern auch das Lager. "Wir brauchen schnell etwas Neues. In zwei Monaten müssen wir hier raus sein", sagt Klaus Fuhrmann vom Vorstand. Am liebsten wäre den Vereinsmitgliedern ein zentral gelegenes Domizil. "Die Randlage hier bringt uns Besucherabbruch. Als wir noch im Ratskeller waren, kamen rund 1200 Besucher. Jetzt sind es noch etwa 600. Wenn wir auf ein Dorf gehen, werden es noch weniger", befürchtet Fuhrmann.

Der Züchter hatte gleich seine ganze Familie zur Ausstellung mitgebracht. Bereits in vierter Generation beschäftigt sich nun auch Enkeltochter Anni (8) mit der Vogelzucht. Auch Mutter Melanie und Ehemann Jens Klose, die in Burkhardtsdorf im Erzgebirge wohnen, gehören dem Verein an. "Zuhause halten wir selbst zurzeit keine Vögel, weil das beruflich nicht möglich ist, aber so oft es geht, sind wir in Irfersgrün", berichtet Melanie Klose. Die achtjährige Anni verbringt die Ferien und auch viele Wochenenden beim Opa auf dem Dorf.

Klaus Fuhrmann beschäftigt sich seit seinem zehnten Lebensjahr mit exotischen Vögeln, die schon sein Vater züchtete. Inzwischen ist der Bestand auf 70 Tiere angewachsen. Aras, Amazonen und Wellensittiche züchten die Irfersgrüner. Im Hause Fuhrmann, zu dem noch Ehefrau Silke und die 15-jährige Tochter Karina gehören, gibt es weitere tierische Mitbewohner: Katzen, Kaninchen, Hühner, Tauben und ein Hund. Etwa anderthalb bis zwei Stunden täglich verbringen Fuhrmanns mit der Betreuung von Tieren.

www.papageienundfinken.de

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