Adorf will mit neuen Regeln Uraltwerbung verbannen

Stadtplanerin Heike Windisch entwirft für Kommune Werbesatzung

Adorf.

Jahr um Jahr schlummerte neben dem alten Norma, jetzt Kik, in Adorf ein Werbeschild, das darauf verwies, wer an dieser Stelle mal gebaut hat. Werbung, die sich seit Jahren überlebt hat, veraltet oder vermüllt ist, ist ein Ansatzpunkt der neuen kommunalen Werbesatzung. In mühevoller Kleinarbeit hat Stadtplanerin Heike Windisch (Foto) das Papier erarbeitet. Ihre Aufgabe ist anspruchsvoll: Verhindern, dass die Stadt zugepflastert wird, aber zugleich vorbauen, dass Adorf wegen Werbung vor Gericht gezogen wird. Das wäre zuletzt beinahe geschehen, da die bisherige Werbesatzung für den Standort B 92 nicht mehr gesetzeskonform war.

Heike Windisch hat die Satzung jetzt vorgestellt. Am 14. Dezember soll der Stadtrat das neue Papier beschließen. Es gibt zwei Teilbereiche: Die B 92/B 283 sowie den Altstadtkern. Dazwischen liegende Wohngebiete mit Gewerbenutzung, so der Bereich zwischen Lessing-/Goethe- und Bürgermeister-Todt-Straße, sind nicht mehr explizit aufgeführt. Hier ist Fremdwerbung tabu und Werbung generell nur an der Stätte der Leistung zulässig. Im Altstadtkern wird es immer Einzelfallentscheidungen geben, die hausbezogen sind. Wegen vieler Einzeldenkmale und des Umgebungsschutzes ist die Denkmalschutzbehörde im Boot.

Stadträtin Toni Walda (Die Linke) vermisste in der Satzung genaue Festlegungen zur Größe von Werbeanlagen etwa an den Bundesstraßen. "Das ist sehr auslegbar. Geht es nicht ein bissel klarer?", fragte sie. "Das ist schwierig", so Windisch. Sie verwies auf die Größe des Hauses, an dem die Werbeanlage ist. Eine Anlage im sogenannten Euroformat (3,80 Meter mal 2,70 Meter) könne ein kleines Haus erschlagen. "Es muss einfach angepasst sein." An der B 92 sind viele werbemögliche Giebel belegt, zeigte Windisch auf - zudem gibt es die Vorschrift, nur in Erdgeschosshöhe zu werben, um ein Bepflastern des ganze Giebels zu vermeiden.

Nicht in die Satzung aufgenommen ist LED-Werbung. Hier sei die Immissionsschutzbehörde des Kreises im Einzelfall gefragt, so Heike Windisch. Das Problem "vergessene Werbung" wird geregelt: Wird künftig Werbung genehmigt, ergeht der Hinweis, dass Aufsteller oder Wandbemalung beseitigt werden müssen, wenn der Werbezweck erloschen ist. Und das violette Schild am alten Norma? Das hat die Stadt mitgenommen, als sie für die neue Satzung Werbestandorte inspizierte.

00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.