Aufstockung des Schlossturms: Zinnenoptik schlägt Raute

Wie soll der Schlossturm nach dem Umbau aussehen? Die Oelsnitzer Stadträte haben jetzt eine Entscheidung getroffen.

Oelsnitz.

Es werden die Zinnen: Der aufgestockte Oelsnitzer Schlossturm soll mit einer Zinnenoptik aus Holz auffallen. Der Oelsnitzer Stadtrat hat sich in seiner Sitzung am Mittwochabend für den Entwurf des Schlossfördervereins entschieden. Zwölf Abgeordnete votierten für ihn. Die Rautenoptik fand ebenfalls viele Fans und erhielt acht Stimmen. Damit erhält eine Variante den Zuschlag, die in der Januarsitzung des Stadtrates noch als Außenseiter galt - wurde sie doch erst nach der offiziellen Präsentation der Ideen von Planer Harald Schneider gewissermaßen auf Anfrage auf den Tisch gelegt. Schneider selbst zeigte sich da noch skeptisch, vor der Abstimmung am Mittwochabend aber mit dem Entwurf versöhnt. "Die Zinnen sind machbar", sagte der Bauexperte, der selbst die vertikale Lösung aus Stahl favorisierte.

Dass es jetzt so kommt, liegt auch am Stimmungsbild aus der Stadt. Zwar war die Bürgerbeteiligung eher spärlich, wie Oberbürgermeister Mario Horn (CDU) sagte. Was allerdings nicht heißt, dass nicht über das Thema gesprochen worden wäre. Monika Müller (AfD), die im Stadtteil Voigtsberg das Ohr an der Masse hatte, berichtete von einer klaren Tendenz zu den Zinnen. Ihre Erfahrung deckt sich mit der von Björn Fläschendräger (FOB). Sein eigener Favorit war der Rautenentwurf. Im Heimatförderverein hatte jedoch Variante 5, die Zinnen, die Nase vorn. Diese wird jetzt weiter ausgearbeitet. Auch die Denkmalschutzbehörde hat offenbar nichts dagegen, wie Stadtbaumeisterin Kerstin Zollfrank berichtete. Dort hatte man alle Ideen als machbar eingestuft. Prämisse der Denkmalschützer: Altes und Neues muss klar erkennbar sein. "Zu befürworten ist ein deutlicher Kontrast", hieß es in der Stellungnahme. Was die Behörde ebenfalls den Oelsnitzern mit auf den Weg gab: Holz sei weniger geeignet, da langfristig sehr pflegeaufwendig. Auch mehrere Stadträte äußerten ihre Bedenken und wollten möglichen neuartigen Imprägnierungen nicht so recht trauen. Frieder Jäckel (AfD) brachte deshalb die Möglichkeit ins Spiel, den Zinnenentwurf nicht nur aus Holz, sondern auch aus Stahl näher zu untersuchen. "Wir können uns auch vorstellen, dass wir zwei Varianten haben", meinte er.

Die Bauarbeiten am Schlossturm beginnen im Frühjahr. Der Rohbau für die neue Doppeletage mit Aussicht soll im Herbst stehen.


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