Aus Klingenthal: Der erste Ski, der nicht gewachst werden muss

Der Winter kann kommen: Mit einer Neuentwicklung aus dem Vogtland entfällt beim Skilauf künftig ein leidiges Problem. Was das Geheimnis dafür ist.

Klingenthal.

Der Schriftzug "Aschberg" auf den Skiern fällt sofort ins Auge. Schon seit 1886 wird am Hausberg der Klingenthaler Ski gelaufen, aber der kommende Winter hält wieder eine Premiere bereit. Erstmals gibt es einen Ski aus dem Vogtland für den klassischen Langlauf, bei dem die leidige Frage des Wachsens entfällt. Es ist das neueste Produkt aus der Firma Nordicx des Klingenthalers Tim Tröschel.

"Der Ski hat einen Kunststoffkern mit einer Karbonummantelung und einem Kurzhaar-Naturfell", erklärt der junge Firmenchef. Das Fell verhindert das Wegrutschen am Berg nach hinten. Der Nano-Belag ermöglicht es, den Ski ohne Wachsen zu laufen. Zehn Minuten sollte man ihn der Außentemperatur anpassen, dann ist er einsatzfähig. "Das ist so in etwa die Zeit, die man auf dem Parkplatz bei der Loipe braucht, um sich umzuziehen und auf die Tour vorzubereiten", erläutert er. Wie bei einem neuen Auto, so sollte man auch die Ski einfahren. Etwa 30 Kilometer sind dabei die Vorgabe. "Der Belag muss grau bleiben", zeigt Tröschel auf: "Je grauer, desto besser. Man kann den wachsfreien Ski bei Plus- und Minusgraden gleichermaßen laufen."

Der wachsfreie Aschberg Classic ist nicht die erste Innovation von Nordicx. Bereits im vergangenen Jahr erfüllte sich der Klingenthaler einen lange gehegten Wunsch und brachte eine eigene Ski-Marke heraus - Aschberg Performenc Skat und Klingenthal Worldcup Skate. Die Kunden kommen inzwischen aus Österreich, der Schweiz, Skandinavien, Bayern und sogar aus Ungarn. "Klingenthal ist in der Skiwelt ein Begriff", sagt Tröschel. Als Langläufer war er selbst mehrfach Sachsenmeister, Dritter beim König-Ludwig-Lauf in Oberammergau und schaffte es beim Wasalauf unter die Top 200.

Für die Herstellung der Skier hat er sich Partner gesucht, der Feinschliff erfolgt in der Werkstatt in Klingenthal, in der Patrick Polster der Chef ist. Von Tim Tröschel stammen auch die Ideen für das Design seiner Skier. Allein die Aufdrucke "Klingenthal" und "Aschberg" sind auf den Loipen Hingucker, die oft zu Nachfragen führen.

Für den neuen Classic-Ski gibt es bereits Interessenten aus Davos (Schweiz). Auch zum Langlauf-Weltcup in Dresden soll er vorgestellt werden, ebenso natürlich bei den Camps, die auch für diesen Winter wieder in Klingenthal stattfinden. Allein im vergangenen Jahr kamen dazu neben vielen ostdeutschen Teilnehmern auch Skiläufer aus Irland, Polen und Frankreich.

Kreiert hat Tim Tröschel auch eigene Laufkleidung, die mit Partnern aus Chemnitz gefertigt wird. International anerkannt sind seine Skiroller. "Der Rollski-Lauf zählt zu den Sportarten mit dem höchsten Energieumsatz. Als Ausdauersport kann man damit viele unterschiedliche Muskelgruppen trainieren", weiß er zu berichten. Erst jüngst haben die Modelle Nordicx Hybrid Skat 125 und Nordicx Skat Professional 700 bei Tests höchste Bewertungen bekommen.

Bewertung des Artikels: Ø 3.3 Sterne bei 3 Bewertungen
2Kommentare
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  • 1
    0
    Goschi
    03.11.2019

    ... und wie ist die Lebenserwartung wenn ich an das kurzfell denke, das ja permanent von Eiskristallen geschliffen wird...

  • 2
    0
    suzuki
    03.11.2019

    Interessanter Beitrag. Fehlt nur was wichtiges: Was kostet der Ski und wo ist er erhältlich?



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