Autor arbeitet Stadtgeschichte auf

Hans Hoyer hat die Ereignisse in Klingenthal und ihrer Nachbarorte von 1930 bis 2019 beleuchtet. Das Buch ist mehr als ein Weihnachtsgeschenk.

Klingenthal.

Die Anfänge des Buches von Hans Hoyer liegen elf Jahre zurück. Im September 2011 packte der promovierte Klingenthaler ein Projekt an, worüber in der Region am Aschberg seit Jahren gesprochen wurde: Eine neue Chronik soll dokumentieren, was sich im Gebiet zwischen Oberzwota und Mühlleithen seit 1930 verändert hat.

"Man muss dabei zunächst mit Sammeln beginnen, das Material auswerten und dann veröffentlichen. Das sind wir unserer Folge- generationen schuldig", hatte er damals im Gespräch mit "Freie Presse" sein Anliegen umrissen. Und macht sich auf die Suche nach Zeitzeugen die etwas zu berichten hatten- über die Sozialistische Arbeiterpartei (SAP) und die Nazis, über Freimaurer und Röderfritzen, über Fabrikanten und Handarbeiter.

Der erste Teil dieser Gesamtdarstellung liegt nun vor. Auf 238 Seiten und illustriert mit zahlreichen Bildern lässt der Autor Geschichte lebendig werden - von der Weimarer Republik über Klingenthal unter dem Hakenkreuz, die Kriegszeit 1939-45, über Hungerjahre und Uranbergbau, über die Zeit des Stalinismus und seiner Opfer, über die politische Wende vom Herbst 1989 in der Stadt, über das Wirken der Treuhand und ihre Auswirkungen auf die Klingenthaler Betriebe, bis hin zur Fusion von Klingenthal und Zwota. OB Thomas Hennig (CDU) nennt das Buch im Vorwort eine "umfangreiche, unparteiische und für uns und unsere Nachfahren sehr informative Dokumentation über das Leben in unserer Heimat".

Hat Teil 1 der Chronik vor allem die Politik als Schwerpunkt, so wird sich Teil 2 mit Themen wie Handwerk und Industrie, Sport und Musik, den Stadtmusikdirektoren und der Zwotaer Waldbühne, Schwarmbeben und Wetter, der Postgeschichte, aber auch mit Klingenthaler Originalen und der Mundart befassen.

90 Jahre sind inzwischen vergangen, seit Kurt Erich Dörfel das Buch "Geschichte der Orte des Amts- gerichtsbezirks Klingenthal" ver- öffentlichte. Es war nach den 1837 und 1862 erschienenen Arbeiten von Pfarrer Karl August Wolf und den 1897 von Arthur Müller herausgegebenen "Blicken in die Vergangenheit Klingenthals" die dritte Chronik - und die bislang letzte.

Zwar enthält auch die 1991 erschiene "Chronik rund um den Aschberg" Themen aus der Zeitspanne zwischen 1930 und 1990, aber der inzwischen verstorbene Kurt Kauert, damals einer der Autoren, schrieb im Vorwort: "Eine historische Gesamtdarstellung bleibt späterer Zeit vorbehalten".

Diese Ankündigung hat sich nun erfüllt. Hans Hoyer will mit seiner Arbeit auch in der publizistischen Form die Chronik-Tradition von Kurt Erich Dörfel fortsetzen. Dass sein Buch 2020 erscheint, ein Jahr nach dem 100-jährigen Stadtrechtsjubiläum, war so gewollt. Diese Jahreszahl hatte er schon 2011 genannt. Damals gab es allerdings noch einen Buchladen in Klingenthal, was inzwischen auch Geschichte ist - und ein Problem darstellt. Wer Interesse an der Chronik hat, muss sich deshalb direkt an Hans Hoyer wenden.

Kontakt: Erreichbar ist Hans Hoyer über Telefon 01738079836. Das Buch kostet 29,50 Euro, gegebenenfalls kommen Versandkosten per Post hinzu.

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