Die Vögte erobern das Vogtlandmuseum

Sie gaben dem Landstrich ihren Namen und sollen künftig wieder eine größere Rolle spielen: die Vögte. Ein Kulturweg wird ab Ende 2019 touristische Angebote vermitteln und historische Hintergründe erläutern. Was fürs Vogtlandmuseum geplant ist.

Plauen/Schöneck.

Im Rahmen des Kulturweges der Vögte soll das Vogtlandmuseum ein Ort sein, an dem sich Besucher über Grundlagen der regionalen Geschichte informieren können. So umriss der Plauener Museumschef Martin Salesch die Pläne seines Hauses für die nächsten Monate. "Wir wollen zeigen, wer die Vögte waren und welche Aufgaben sie hatten, wie unter ihrer Leitung der Ausbau des Landes erfolgte und welche Rolle der Deutsche Orden in der Gesellschaft spielte", erläuterte er auf einer Konferenz zum Kulturweg der Vögte, die am Donnerstag in Franzensbad/ Františkový Lázně stattfand.

Bei der Umsetzung des Vor- habens, so Salesch, müsse auch mit einigen Klischees aufgeräumt werden. "Diese Vögte waren nicht nur Männer, die von einem Ritterturnieren zum anderen zogen. Ihre Hauptaufgaben waren Sicherung und Ausbau der Herrschaft." Realisiert werden soll die Präsentation über ein neues Raumkonzept im Museum. Zur Rolle des Deutschen Ordens ist nach seinen Worten bereits eine Ausstellung im Plauener Komturhof in Vorbereitung. Generell, so Salesch, müsse die Neugier auf das Thema der Vögte und ihrer Bedeutung wieder geweckt werden.

"Der Kulturweg der Vögte soll nicht auf eine Ziel- oder Altersgruppe begrenzt werden", so Christoph Fasbender, Professor an der TU Chemnitz, der das Projekt begleitet. Offen sein für die verschiedensten Interessen von Musik über historische Waffenkunde bis zu mittelalterlichem Essen und Trinken - eine große Projektionsfläche bietet aus seiner Sicht auch eine große touristische Chance. Dazu gehöre auch, das Potenzial der Sagen, Novellen und Romane zu dem Thema zu nutzen. "Das wäre Stoff für Theater- projekte an Schulen", zeigte er auf. Diesen Punkt will auch Martin Salesch aufgreifen - über Theaterstücke das Kulturweg-Projekt in die Schulen tragen.

Der Kulturweg soll und will nicht nur die Schlösser und Museen in Greiz, Plauen, Gera, Mylau, Voigtsberg oder Burgk gemeinsam in den Fokus rücken. In der gesamten Region gibt es historische Stätten, die mit den Vögten in Verbindung stehen. Am östlichen Rand ihres Herrschaftsbereiches verfügten diese mit Schöneck, Falkenstein, Auerbach und Treuen über einen Ring von Befestigungsanlagen, von denen einzig der Auerbacher Bergfried noch erhalten ist. Am Schönecker Alten Söll können Besucher zumindest historische Mauerreste sehen.

Im Zentrum von Markneukirchen, zwischen der Plauenschen Straße und dem ehemaligen Bahndamm, erinnert heute eine Tafel an einem symbolisierten Holzturm an die Ringwallanlage, deren Ursprung der Markneukirchner Historiker Erich Wild auf die Zeit vor 1180 datiert. Etwa 200 Jahre könnte sie ein Vorposten der Burg im heutigen böhmischen Wildstein/Skalná gewesen sein - die auch zum Kulturweg der Vögte gehört.


Kulturweg der Vögte

Ziel: Elf Partner aus Böhmen, Thüringen, Bayern und Sachsen wollen die Spuren im einstigen Herrschaftsgebiet der Vögte von Weida, Greiz, Gera und Plauen kulturtouristisch aufwerten und sichtbar machen.

Partner sind das Futurum Vogtland, die TU Chemnitz, die Euregio Egrensis Sachsen/Thüringen, die Städte Asch/Aš, Eger/Cheb, Franzensbad/Františkovy Láznì, Weida, Greiz, Gera und Plauen, die Oelsnitzer Kultur GmbH sowie der Tourismus- verband Vogtland.

Finanzierung: Für das Projekt liegen 1,76 Millionen Euro an Fördermitteln aus dem EU-Fonds für regionale Entwicklung bereit. Über das Vorhaben sollen rund 120 externe Partner profitieren. (tm)

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