Ein Osterbrunnen als Krone der Wettiner

Ein Dorfplatz als Osterplatz - das gibt es im oberen Vogtland nur in Kottenheide. Zum ersten Mal hat ein Hotelier dort in diesem Jahr die Initiative ergriffen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Kottenheide.

Wer in diesen Tagen auf der Straße in Richtung Schöneck oder Zwota an dem knapp 50-Seelen-Ort Kottenheide vorbeifährt, der verpasst etwas: einen Osterbrunnen, der im oberen Vogtland - wenn nicht gar in der ganzen Region - seinesgleichen sucht. Deshalb: Fuß vom Gas und abbiegen. Weil: Osterbrunnen ist noch stark untertrieben angesichts des farbenprächtigen Osterensembles.

Die Idee dafür hatte Mario Kautzsch, Inhaber des Ferienhotels "Haus am Ahorn": "Das ist mir schon seit einiger Zeit im Kopf herumgeschwirrt. In diesem Jahr haben wir die Sache auf dem Dorfplatz endlich zum ersten Mal angepackt." Dass es den Dorfplatz überhaupt gibt, ist dem rührigen Kottenheider zu verdanken. Über viele Jahre bot der Anger einen unansehnlichen Anblick, bis sich Mario Kautzsch dafür stark machte, dass 2009 Bagger anrückten und das Areal auf Vordermann gebracht wurde: mit Bepflanzungen, Bänken, einer Blockhütte, dem Nachbau eines Trogbrunnens wie er im 19. Jahrhundert für die Wasserversorgung im Ort genutzt wurde und die Zuleitung über Holzrohre aus der Weißen Elster erfolgte, und einem Glockenturm.

Mario Kautzsch: "Der Platz wird seitdem nicht nur von Gästen, sondern auch von den Einwohnern sehr gut angenommen. Übers Jahr finden hier kleine Feste statt, in der Adventszeit wird Musik gemacht und Wanderer nutzen ihn für eine Rast."

Nun also als jüngster Knaller der Dorfplatz als Osterplatz. Das Attribut "königlich" für ihn ist in diesem Fall nicht untertrieben. Dreieinhalb Meter im Durchmesser und gut drei Meter hoch ist der Brunnen der Krone der Wettiner nachempfunden, zu deren Herrschaftsgebiet von 1089 bis 1889 auch Kottenheide gehörte, wovon ein Gedenkstein in einem Waldgebiet nahe des Ortes zeugt. Das zerlegbare Grundgerüst aus Stahl wurde in der Schlosserei von Horst Kaiser in Schöneck gebaut. Geschmückt haben den Osterbrunnen und ein imposantes Eingangsportal zum Platz Mario Kautzsch und seine Mitarbeiter: "Wir haben insgesamt 1300 Eier und die Girlanden aus Fichten- und Eibenzweigen geflochten. Das hat einen ganzen Tag gedauert."

Hingucker sind nicht nur die rund 600 Krokusse, die jetzt in voller Pracht erblühen. Rings um den Platz sind überdimensionale Eier aufgestellt, die Sven Müller aus Schöneck kunstvoll bemalt hat. Was noch fehlt, sind drei Osternester auf Stelzen. Alles zusammen ergibt herrliche Fotomotive nicht nur für die Gäste vom "Haus am Ahorn", die bei der Anreise am Osterplatz zünftig begrüßt werden: mit einem Gläschen Eierlikör.

Mario Kautzsch plant schon die Osterzeit im nächsten Jahr: "Wir wollen noch mehr Eier aufhängen und die Kita und Schule in Schöneck für einen Malwettbewerb gewinnen, um den Platz noch schöner zu gestalten."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...