Hingucker am Wegesrand: Gymnasiasten legen Hand an

Der vor drei Jahren eröffnete Besinnungsweg zwischen Erlbach und Landwüst wird erweitert und führt nun auch ins Böhmische. Für die neuen Skulpturen haben die Markneukirchener Schüler angepackt - die Arbeit mit Holz war für viele neu.

Erlbach.

Als Lehrer am Gymnasium Markneukirchen hat André Worbs täglich mit einer Schar von Jugendlichen zu tun. Als Ortsvorsteher von Erlbach hingegen hatte er jetzt seine liebe Mühe, mit Zwillingen klarzukommen. Auf dem Quad fuhr er durch den Wald und spähte nach diesen recht seltsam gewachsenen Bäumen. Letztlich wurde er doch fündig: "Wir haben elf Zwillinge dringend für die neuen Skulpturen gebraucht", sagte er. Ein knappes Dutzend Skulpturen, die bis zum Herbst an ausgewählten Stellen entlang des Besinnungsweges aufgestellt werden.

Vor drei Jahren wurde der Weg nach einer Idee des damaligen Markneukirchener Pfarrers und jetzigen Landesbischofs Carsten Rentzing an der beliebten, acht Kilometer langen Wanderstrecke zwischen Erlbach und Landwüst angelegt und eröffnet. Das Anliegen: ein Weg zum Besinnen, gesäumt von mit Psalmen versehenen Skulpturen, Plätze, an denen nicht nur der Rucksack mit dem Picknick geöffnet wird, sondern Muße ist für innere Einkehr. Besinnung, Kunst, Wandern - eine Dreifaltigkeit. Oder, wenn man so will: der Jakobsweg im oberen Vogtland.


Jetzt wird der Besinnungsweg in Absprache mit der Stadt Markneukirchen, mit Unterstützung des Bauhofes und engagierter Einwohner erheblich erweitert. Das Anliegen: nicht nur das Spirituelle, sondern auch das Verbindende zwischen Orten und Menschen praktisch verdeutlichen. Ab Ende August/Anfang September wird er nach den Worten von André Worbs elf Kilometer als grenzüberschreitender Rundweg auch ins Böhmische führen, nach Schönbach/Luby etwa, und voraussichtlich mit einer Art Sternwanderung eingeweiht. "Uns war es wichtig, dass jetzt die Freilichtmuseen in Eubabrunn und Landwüst einbezogen sind. Dafür haben wir mit der Leiterin Uta Karrer - also der Vogtland Kultur GmbH - unlängst eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Neu ist auch, dass durch die Erweiterung Gaststätten wie 'Grünes Tal' und 'Ziege' einbezogen sind."

Erweiterung des Besinnungsweges - das bedeutet: mehr markante Plätze ergo mehr Skulpturen. Schüler des Leistungskurses Kunst am Gymnasium Markneukirchen waren kürzlich an der Landwüster St. Laurentiuskirche schwer damit beschäftigt, den knapp einen Meter großen Holzstämmen eine Form zu geben. Inspirieren ließen sich die Elftklässler dabei von Bibelworten, die Erlbachs Pfarrer Jan Dechert herausgesucht hat. Ohne Hilfe von Ines Hahn aus Raun hätten sich die Schüler so manchen Zahn am Material ausgebissen. Die passionierte Holzbildhauerin gab den Skulpturen mit der Motorsäge nicht nur ihre grobe Form, sondern war auch stets zur Stelle, wenn Rat, Anregung und Feinarbeit benötigt wurde.

Millane Kaminski und Chantal Horn zum Beispiel entschieden sich für "Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag". Zunächst brachten sie ihre Vorstellung zur Umsetzung als Skizze aufs Papier, fertigten ein Miniaturmodell aus Seife an, griffen dann zu Hammer, Meißel und Sandpapier. "Die Arbeit war eine ganz neue Erfahrung für uns, nicht einfach, aber auf jeden Fall hat es Spaß gemacht", meinten sie einstimmig. Oder Jakob Gropp und Celina Unger: Sie hatten die Idee, das Verbindende in Form von zwei ineinander gelegten Händen darzustellen, wie es im Psalm "Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen" zum Ausdruck kommt. Diese Gymnasiasten wie auch Madleen Lange und Judith Meixner arbeiten im Leistungskurs Kunst gewöhnlich mit Papier und Farben - Holz bearbeiteten sie bisher noch nicht: "Eine coole Idee. Wir mussten uns erst ans Holz und die Werkzeuge gewöhnen."

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