"Ich habe gefühlt meine halbe Kindheit im Vogtland verbracht"

Inka Bause singt am Ostersonntag in Bad Elster - Im Interview plaudert sie auch über ihre Beziehung zur Region

Mit ihrem Programm "Lebenslieder" kommt Inka Bause am 21. April, 19.30 Uhr ins König-Albert-Theater Bad Elster. Vorab hat Tino Beyer mit ihr gesprochen.

Freie Presse: Einige kennen noch die alte Inka, der Teenie-Star der DDR. Viele kennen die Moderatorin Inka. Welche Inka kommt nach Bad Elster?

Inka Bause: Die alte Inka! Ich singe meine Lebenslieder. Und damit trete ich im Westen auch gar nicht auf. West-Journalisten fragen dann immer, ob ich mich nicht traue. Damit hat das aber nichts zu tun. Das Publikum West würde einen Teil des Programm gar nicht richtig verstehen.

Was meinen Sie konkret?

Zum Beispiel der Bruch, den es mit der Wende gab, auch bei mir. Ich habe da eine spannende Biografie. An einem Tag stand ich in Sachsen auf der Bühne und erfüllte Zugaben. Am nächsten fuhr ich nach Hannover und musste Hits von Marianne Rosenberg singen. Ich musste ja meinen Lebensunterhalt verdienen. Hätte ich meine Hits gesungen, wäre der Saal leer geblieben.

Die Zeiten haben sich geändert...

Ja, als Moderatorin von "Bauer sucht Frau" bin ich gesamtdeutsch bekannt. Ich danke RTL dafür fast jeden Abend und würde das am liebsten bis zur Rente weitermachen. Aber als Sängerin hat mich der Westen nach wie vor nicht auf dem Schirm. Ich sehe mich da als Regionalkünstlerin. Wie jemand, der nur in Niederbayern das Wirtshaus füllt.

Wurmt Sie das nicht?

Wäre ich nur Sängerin, hätte ich mich schon viel mehr bemüht, gesamtdeutsch bekannt zu werden. Aber ich habe das Singen lange Zeit hintenan gestellt. Die Tour jetzt habe ich mir zu meinem 50. Geburtstag geschenkt. Aus Spaß, ich gönn mir das! Bislang habe ich nur reingebuttert und nichts verdient. Ich bin nicht Helene Fischer und kann es mit ihrer Quantität nicht aufnehmen. Aber mit der Qualität des Publikums! Ich will tolles Licht und tolle Musiker dabei haben. Und deshalb leiste ich mir das.

Was darf Ihr Publikum erwarten?

Eine musikalisch-biografische Erzählung. Mein Lieblingslied aus dem Kindergarten, ein Pionierlied aus der Schule, das Lied meiner ersten Liebe. Mein Hits, Lieder meines Vaters. Es war auch nicht immer alles eitel Sonnenschein, auch das kommt vor. Viele der Zuhörer lassen sich emotional ansprechen und erzählen mir dann hinterher ihre Geschichte. Ich schaffe es, die Leute zu knacken. Das ist wunderbar. Das Publikum ist bunt gemischt. Es kommen Leute aus dem Westen, die mich als Moderatorin kennen und jetzt meine Geschichte hören wollen. Es sind junge Leute dabei und natürlich auch welche, die einen Bezug zu meinen verstorbenen Papa haben. Und fast jeden Abend sitzen meine Bauern mit im Publikum - in Zwickau Bruno und Anja. Dann wird es herzlich.

Sie treten im Vogtland auf. Haben Sie einen Bezug zur Region?

Oh ja! Ich habe gefühlt meine halbe Kindheit im Vogtland verbracht. Wir waren jeden Winter im Buschhaus in Mühlleithen, hatten auch Freunde dort. Wir hatten immer eine der Finnhütten. Jetzt wurde das Buschhaus ja abgerissen, ich habe es aus der Ferne verfolgt und fast überlegt, zur Abrissparty zu kommen. Das ist schon ein bisschen traurig, aber so ist der Lauf der Dinge. Die frühere Betreiberin des Buschhauses war jetzt auf einem meiner Konzerte und hat mir noch einen Pack Gläser mit dem Buschhaus-Logo geschenkt. Das war rührend.

Tickets für das Konzert ab 38,55 Euro gibt es in den Shops der "Freien Presse".

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