Männerballett mit einem Hauch Karibik

Von Freitag bis gestern stand Bad Elster ganz im Zeichen des 107. Brunnenfestes. Das Programm reichte von Naturmarkt bis Musik und bot etwas für jede Altersgruppe. Zum Finale erlebten die Besucher ein Schäfer-Stündchen.

Bad Elster.

Es hätte schon eine Menge an Sitzfleisch bedurft und rein zeitlich war es gar nicht möglich, alle Höhepunkte mitzuerleben. Sollten es doch einige der insgesamt 6.500 Besucher - so die Angaben des Veranstalters - versucht haben, dann erfuhren sie zumindest ansatzweise, warum das Brunnenfest eigentlich Brunnenfest heißt, nunmehr zum 107. Mal gefeiert wurde.

Zum einen liegt das natürlich an Bad Elster: ein Kurort mit Bad- Status, in dem Wasser seit weit mehr als 100 Jahren eine maßgebliche Rolle für das Lindern oder Heilen von seelischen und körperlichen Beschwerden spielt. Zum anderen, weil die Vorzüge des Wasser unmittelbar mit der Natur verbunden sind. Beides - Wasser und Natur - durchzog das Programm der vergangenen drei Tage denn auch wie ein roter Faden.

Egal, ob das seitens des Veranstalters bewusst oder unbewusst die Choreografie des Programms bestimmte. Das begann schon am Freitag, als beim Symphoniekonzert im König-Albert-Theater unter anderem Telemanns Wassermusik "Hamburger Ebb' und Fluth" erklang. Samstagvormittag war der Aspekt Natur in der Badstraße nicht zu übersehen. Mehr als 50 Direktvermarkter boten ihre Produkte von Honig über Käse bis hin zu frisch geerntetem Obst an. Zumeist aus der Region, doch einige Exoten waren darunter. Wie etwa leckere Brotaufstriche aus Goji- oder Mora-Beeren, die eigentlich aus Westasien stammen, inzwischen aber auch im Mittelmeerraum angepflanzt werden, und sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, oder auch körperpflegendes Murmeltier-Öl.

Wasser und Natur - das setzte auch beim gestrigen Nachmittagsprogramm als Höhepunkt des dreitägigen Brunnenfestes auf dem Badeplatz wesentliche Akzente. "Wo die Nordseewellen spülen an den Strand" und "Über alle sieben Meere geht's mit aller Kraft voraus", nur zwei der Lieder, mit denen der Shantychor aus Plauen einen maritimen Hauch ins Obere Vogtland brachte.

Welche Leistungen der Mensch dank natürlichen Voraussetzungen plus einem harten Training zu erbringen in der Lage ist, das zeigten zwei Akrobaten, der Jongleur und die Schlangenkönigin der Artistenschule Coswig. Vor allem die "Gummifrau" Emilia ließ mit ihren Verrenkungen den Besuchern den Atem stocken. Wasser spielte auch bei Darbietungen des Elsteraner Fosnetclubs eine Rolle: Das Männerballett tanzte zur Musik aus dem Film "Fluch der Karibik".

So straff gestrickt und kurzweilig war gestern Nachmittag das Programm, dass selbst die avisierten Superstars mit ihrem Auftritt warten mussten und der Soundscheck zum Schnellschuss geriet. Aber als die Kultgruppe der deutschen Volksmusik Die Schäfer dann endlich auf der Bühne stand, kannte die Begeisterung keine Grenzen. Das war Musik für die Seele, zum Entspannen und Sorgenvergessen. Apropos Wasser: Bianca App, Carla Scheithe, Michael Kastel und Uwe Erhardt tänzelten barfuß über die Bühne, so dass man hätte denken können, sie machen einen Strandspaziergang.

Nur in einem Punkt spielte das Wasser zum Glück keine Rolle, denn an allen drei Tagen blieben die Besucher von Regen verschont.

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