Mit Ostsee-Motiv auf Titel des Vogtländischen Kunstkalenders

Geboren in Klingenthal, lebt Karin Wurlitzer seit 1975 an der Ostseeküste. Die familiären Wurzeln ins Vogtland sind geblieben - und künstlerische kamen inzwischen hinzu.

Neuenkirchen/Schöneck.

Ein Motiv einer Stadt an der Ostseeküste, gestaltet von Karin Wurlitzer, wird das Titelblatt der 17. Auflage des Vogtländischen Kunstkalenders für 2021 zieren, der wieder vom gebürtigen Rodewischer Erik Seidel herausgegeben wird. Der Siebdruck entsteht auch fernab vom Vogtland, in einem Atelier in Neuenkirchen bei Greifswald.

Seit 2005 erscheint dieser Kunstkalender regelmäßig im Herbst, stets mit 13 originalen, signierten Druckgrafiken. Die Auflage beträgt 65 Stück. Der Kalender ist inzwischen eine feste Institution unter Grafiksammlern geworden. Die Grafiken können leicht von den Kalendarien gelöst werden, also als Einzelblätter gerahmt, präsentiert und verschenkt werden.

Karin Wurlitzer ist, wie Erik Seidel, eine gebürtige Vogtländerin, zur Welt gekommen 1956 in Klingenthal. Während Seidel heute in Leipzig lebt, ist sie schon seit 1975 an der Ostseeküste zu Hause. Freilich, die familiären Wurzeln nach Schöneck bestehen weiter. Sie stammt aus jener Wurlitzer-Familie, aus der auch Franz Rudolph (1831-1914) hervorging, der 1853 in die USA ging, und drei Jahre später in Cincinnati sein erstes Handelsunternehmen mit dem Namen Rudolph Wurlitzer Company gründete.

Physik hatte Karin Wurlitzer von 1975 bis 1980 in Greifswald studiert. Bis 1989 war sie dann Mitarbeiterin am Geologischen Institut der dortigen Universität - auch zuständig für die Braunkohletagebaue in der Lausitz. "Die Malerei hat mich aber schon immer interessiert", erzählt sie. Schon 1980 stellte sie in Greifswald erstmals Arbeiten aus.

Von 1985 bis 1989 besuchte sie in Rostock die Förderklasse für Malerei und Grafik bei Manfred Zoller und arbeitete bis 1996 als Grafikerin. Seit 1997 Mitglied im Künstlerbund Mecklenburg-Vorpommern, und ist nun seit 1999 freischaffend tätig.

"Karin Wurlitzer benutzt, vom Zeichnen einmal abgesehen, für alle ihre Bilder nur Acrylfarbe, und die setzt sie sowohl in ihren Malereien auf Leinwand als auch denen auf Papier ein, darüber hinaus allerdings auch beim Siebdruck, ihrem bevorzugten Metier in der Druckgrafik", heißt es im Begleittext einer Ausstellung 2012 im Kunstraum Testorf.

Bereits 2016 war Karin Wurlitzer erstmals mit einer Arbeit im Vogtländischen Kunstkalender vertreten, damals unter anderem neben Volkmar Förster, den es vom Schönecker Ortsteil Eschenbach über Mecklenburg-Vorpommern inzwischen in die Uckermark verschlagen hat. Im vergangenen Jahr war sie dann mit einem Strand-Motiv dabei.

"Es ist Malerei, die einerseits durch die Benutzung vertrauter Motive Vertrauen beim Betrachter hervorruft, andererseits aber diesen zwingt, seine ,Urlauberposition', falls vorhanden, zu verlassen, und sich einzulassen auf die wirkliche Arbeitswelt der Malerin, auf eine Kunstwelt eben, die nicht mit Gefälligkeit zu tun hat, auch nicht an der Ostseeküste", urteilte der Kunstwissenschaftler Ulrich Rudolph über ihre Arbeit. Der gebürtige Erzgebirger lebt in Testorf bei Zarrentin am Schaalsee.

Inzwischen kann Karin Wurlitzer auf zahlreiche Ausstellungen verweisen, meist in den Küstenstädten an der Ostsee, aber auch in Berlin. Der Idee eine Ausstellung in ihrer alten Heimat steht sie aufgeschlossen gegenüber. Die Anregung dazu kam schon vor einiger Zeit von Karin Zimmermann, der gebürtigen Zwotaerin, die inzwischen in Maßlow bei Schwerin lebt, und 2014 im Klingenthaler Musik- und Wintersportmuseum eine Ausstellung hatte. Bei einem für den Sommer angekündigten Besuch in der alten Heimat will Karin Wurlitzer dazu eine Entscheidung treffen.

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