Museum soll Nachlass erhalten

Die Arbeiten des 2002 verstorbenen Malers, Grafikers und Kunsterziehers Martin Schmidt finden sich vielerorts im Vogtland. Die Erben haben der Stadt Plauen ein besonderes Angebot gemacht.

Plauen/Taltitz.

Wenn die Stadt Plauen die angebotene Spende der Erben des Jößnitzer Künstlers Martin Schmidt genehmigt, dann kommt das Vogtlandmuseum in den Besitz zahlreicher Bilder, Zeichnungen, Skizzen und Druckplatten des 2002 gestorbenen Lehrers. "Es ist ein Querschnitt seines Schaffens", beurteilt Museumsdirektor Martin Salesch die Kunstwerke. Um wie viele Objekte es sich genau handelt, ist noch unklar. "Wir sind mit dem Inventar noch nicht fertig", so Salesch. Unklar ist auch, wann eine Ausstellung mit Werken des Malers möglich wird. Die Ausstellungsplanungen für dieses Jahr seien "noch kippelig", meint der Museumschef mit Blick auf die Coronapandemie.

Wer die Kunst des Schülers der Plauener Kunstschule (1934 bis 1938) sehen will, muss nicht unbedingt auf die Schau warten oder ein Bild von ihm kaufen, sondern braucht einfach nur spazieren zu gehen. Das Relief in der Empfangshalle des Oberen Bahnhofes in Plauen, ein acht mal 13 Meter großes Wandbild, stammt beispielsweise maßgeblich mit von Schmidt. Es ist der Öffentlichkeit erstmals im Oktober 1973 vorgestellt worden - zwei Monate vor der Inbetriebnahme des neuen Bahnhofes. Geschaffen hat es der Jößnitzer zusammen mit dem Plauener Maler, Grafiker, Bauplastiker und Gebrauchsgrafiker Walter Rahm (1921 bis 1987). Er studierte ebenfalls an der Kunstschule.

"Ich habe viel gefunden an Fassadengestaltung", berichtet Martin Salesch von seinen Nachforschungen über Schmidt. Der hat als aktiver Segler unter anderem auch eine Außenwand des Vereinsheims am Gunzenberg mit zwei Segelbooten als Sgraffito geschmückt. So bezeichnet wird eine historische Technik, bei der ein Bild durch Auflegen verschiedenfarbiger Putzschichten entsteht. Auch an dem seit längerem leerstehenden ehemaligen Hotel an der Bahnhofstraße in Jößnitz findet sich ein solches Bild des Malers. In Taltitz lieferte Schmidt die Vorlage für die 1984 als Gemeinschaftswerk entstandene Ortspyramide. Sie beruht auf einer ähnlich gestalteten Tischpyramide des Künstlers.

"Er hat alle möglichen Techniken angewandt", weiß Salesch über den Künstler zu berichten. Pastelle sind entstanden, unter anderem von der Talsperre Pöhl. Schmidt habe auch viele Baustellen gezeichnet. Seine Werke seien daher "nicht nur künstlerisch, sondern auch zeitgeschichtlich interessant". Nach seinem Studium an der Kunst- und Fachschule für Textilindustrie Plauen absolvierte Martin Schmidt ein Volontariat als Bühnenbildner am Theater Plauen. Ein Pädagogikstudium in Erfurt und die Arbeit als Lehrer in Jößnitz sowie Plauen schloss sich an.

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