Museum: Stadt will großen Wurf

Die große Schau der Musikinstrumente in Markneukirchen soll fit für die Zukunft werden. Es hakt aber beim Geld.

Markneukirchen.

2,8 Millionen Euro: diese Summe wird nach erster Kostenschätzung gebraucht, um das Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen zu modernisieren, zu erweitern und die Ausstellung neu zu gestalten. Das Museumskonzept war jetzt erstmals öffentlich Stadtrats-Thema. Carola Schlegel, Kulturchefin der Stadt, stellte es vor - auch im Namen der erkrankten Museumsdirektorin Heidrun Eichler. "Freie Presse" nennt wichtige Punkte des 16-seitigen Papiers.

Viele Baustellen: Gehandelt werden muss im Museum an vielen Stellen: Der Bauzustand des denkmalgeschützten Paulusschlössels aus dem Jahr 1784 ist das eine, zu wenig Platz und eine 30 Jahre alte Dauerausstellung das andere. Hinzukommen die neuen Ansprüche der Besucher.

Der Knackpunkt: Die Stadt hat bisher kein Förderprogramm gefunden, welches die Finanzierung der Arbeiten ermöglicht, gibt Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos) zu. Die 350.000 Euro Investitionszuschuss, die der Bund auf Einsatz der vogtländischen CDU-Bundestagsabgeordneten Yvonne Magwas zeitlich nicht begrenzt gibt, reichen nicht - und sie sollen nicht in einer Einzelmaßnahme verpulvert werden.

Das Konzept sieht eine Sanierung vom Keller bis zum Dach vor. Das Dach ist Bauzustand 1940, der Rest wurde in den 1970er-Jahren grundhaft saniert. Es gibt aufsteigende Feuchte im Mauerwerk, bei Elektrik, Lüftung, Sanitär sowie Brandmelde- und Sicherheitsanlage gibt es einen Sanierungsstau. Der Anbau des Ostflügels im Hof soll dem Museum generell mehr Platz verschaffen.

Die Dauerschau ist nicht mehr auf dem Stand der Zeit. "An vielen Punkten gibt es den Eindruck der Überfüllung", sagt Schlegel. Nach ihren Worten würde Heidrun Eichler die Zahl der gezeigten Instrumente um eine Drittel reduzieren. Es würde mehr ins Depot gehen, wozu im Dachgeschoss weitere und trockene neue Lager-Räume nötig sind.

Verkauft werden sollen keine Exponate, stellte Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos) auf Frage von FDP-Stadtrat Steffen Keller klar. "Dazu ist ein Museum nicht da. Das macht es nur, wenn es in der Not ist."

Ein Spagat ist nötig zwischen den Fachbesuchern und den Touristen, die ins Museum gehen. Gerade für letztere soll es ein "Schatzkästlein" im Erdgeschoss geben, eine Art Best- of-Raum, bei dem in Kürze und ohne einen Rundgang das Besondere der größten Sammlung vogtländischer Musikinstrumente seit dem 17. Jahrhundert erfasst werden kann.

95 Prozent der Besucher kommen nicht aus der Region, so eine Erhebung, wobei die Staatsbäder Bad Brambach und Bad Elster für das Museum viele Leute binden. Pro Jahr kommen gut 20.000 Gäste, wobei Einzelbesucher knapp über den Gruppen in der Mehrheit sind - die Tendenz bei letzteren ist rückläufig.

Mit allen Sinnen Instrumentenbau erfahren - so ein wichtiger Baustein. Dazu soll es stärkeren Werkstättencharakter und mehr Instrumente zum selbst ausprobieren geben, verstärkt QR-Codes zum Scannen von Infos mit Hörbeispielen. Bisher wenig genutzte Audioguides sollen verstärkt in den Mittelpunkt gerückt, mit den Alleinstellungsmerkmalen Riesengeige und Riesentuba viel mehr gewuchert werden.

Viel Zukunftsmusik ist das Konzept. "Es ist sicher noch nicht vollständig, nur grob, keine Ausstellungsplanung, zeigt aber die Richtung auf", so Rubner. Schlegels Präsentation erntete im Stadtrat Lob.

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