Musikalische Tour ins Schönecker Rathaus

Rund 70 Teilnehmer zählte am Samstag eine musikalische Busfahrt zum Auftakt des 56. Internationalen Akkordeonwettbewerbs in Klingenthal. Es war wieder einmal eine Premiere.

Klingenthal/Schöneck/Muldenhammer.

Gisela und Siegfried Schnürle aus Ulm hakelten sich ein, schunkelten im Takt und sangen lauthals mit. Das wollten sie sich nicht entgehen lassen während ihres Urlaubs bei einer befreundeten Familie in Oelsnitz. "Diese Musik ist ganz nach unserem Geschmack und so etwas wie diese Fahrt haben wir bei uns zu Hause nach nichterlebt. Es ist doch toll, wie die jungen Leute Akkordeon spielen", schwärmte das Ehepaar.

Die Gäste aus Ulm waren nicht die Einzigen, die sich von der musikalischen Fahrt begeistern ließen. Mit zwei Bussen fuhren Harald Herold und Tino Metschnabel von Herold's Reisen vor, so groß war das Interesse. Organisiert von "Freie Presse-Redakteur Thorald Meisel und Klingenthals Bürgermeister Thomas Hennig (CDU), gehört die Tour mittlerweile zum festen Programm des Internationalen Akkordeonwettbewerbs in Klingenthal - diesmal aber per Bus statt Bahn.


Dass wegen des angekündigten winterlichen Wetters die Route nicht bis hinauf zum Aschberg, sondern "nur" zum Rathaus in Schöneck und von dort zum Herrenhaus in Tannenbergsthal führte, war zwar bedauerlich, aber schließlich nicht zu ändern. Hauptsache für alle: Die Tour fand statt.

Schon bei der Abfahrt vom Parkplatz am Gasthof Walfisch in Zwota packten Samuel Horn, Richard Wunderlich, Rico Schneider und Constantin Tannhäuser vom Akkordeonorchester Klingenthal ihre Instrumente aus, kneteten die Finger warm, legten sich ins Zeug und sorgten unter anderem mit "Gruß aus Klingenthal" für Stimmung.

Wie überhaupt die ganze Fahrt über. Im Schönecker Rathaus wurde die fröhliche Gesellschaft von Bürgermeisterin Isa Suplie (CDU) begrüßt. Sie wusste Interessantes über die Stadt auf dem Balkon des Vogtlandes zu erzählen. Beispielsweise, dass laut historischer Überlieferung auch am Johannistag des Jahres 1708 Schnee in Schöneck lag.

Passend zur Witterung am Samstag stimmten die Musiker deshalb den "Schneewalzer" an und sozusagen als meteorologische Aufmunterung die "Capri-Fischer" - der Chor der Fahrgäste ließ sich dabei nicht lange bitten und sang mit.

Von Schöneck ging weiter durch eine fast winterlich winterliche Landschaft nach Tannenbergsthal. Im Foyer des Herrenhauses hatte der langjährige Bürgermeister Karl-Heinz Müller den Kamin angeschürt. Das sorgte für eine anheimelnde Atmosphäre, und auch die kleine Bar vom Heimatverein Topas war gefragt. Auch hier ließen sich die Musiker nicht lange bitten: "Tulpen aus Amsterdam" trotz des Schnees vor der Haustür.

Karla Dunger, die Vorsitzende vom Heimatverein Topas, machte die Teilnehmer im Schnellkurs mit der Geschichte des Hauses vertraut. Dass die Fabrikantenfamilie Baumann es 1718 als ihren Wohnsitz erbauen ließ, das Gebäude Anfang des vergangenen Jahrhunderts saniert wurde, es nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Schule, Hort und Kindergarten diente, nach der politischen Wende leer stand - ehe es 2005 nach einer umfassenden Sanierung für rund eine Million Euro wieder in altem Glanz erstrahlte - unter anderem mit historischen Deckenmalerei, Holzvertäfelung und einen geschmackvollen Trauzimmer.

Fazit der musikalischen Rundfahrt per Bus und Resonanz der Fahrgäste: Wieder eine gelungene Idee des Fördervereins Internationale Akkordeonwettbewerbe. Was Klingenthals Thomas Hennig laut nachdenken ließ: "Es wäre zu überlegen, ob so eine Fahrt nicht öfter im Jahr stattfinden sollte - einmal mit Bus, und einmal mit der Bahn."

Für das Musiker-Quartett war mit der Rückkehr der Busse nach Zwota das Tagesprogramm noch längst nicht beendet - wie übrigens auch für etliche der Fahrgäste. Auch sie zog es in den Saal des Gasthofs zum Walfisch. Dort gab es als weitere musikalische Einstimmung auf den Internationalen Akkordeonwett- bewerb einen Konzertabend, den das Akkordeon-Kammer-Ensemble Wien mit dem Akkordeonorchester Klingenthal gestaltete. Die Besucher erlebten ein fast dreistündiges Programm - von der Wiener Klassik bis zu Bearbeitungen von Welthits der Popgruppe ABBA, gesungen von Ronja März, begleitet von Peter Kostadinov (Violine). Der Dank an die Musiker, die etliche Zugaben spielten, war stürmischer Applaus. (mit tm)

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