Mut zur Veränderung: Neuer Jury-Chef will liefern

Der Würzburger Musikprofessor Stefan Hussong steht in Klingenthal erstmals der Jury des Internationalen Akkordeonwettbewerbs vor. Was der gebürtige Saarländer für Pläne verfolgt.

Klingenthal.

Sein Nachfolger in Klingenthal müsse den "Mut zu Veränderungen" haben, hatte der Berliner Musikprofessor Jürgen Ganzer gesagt, als er im Mai 2017 nach mehr als 20 Jahren als Juryvorsitzender verabschiedet wurde. Auch ein ebenso traditionsreicher wie international anerkannter Wettbewerb wie der Klingenthaler bedarf einer stetigen Neuorientierung. Stefan Hussong sagt von sich, dass er diesen Mut mitbringe.

Geboren im saarländischen Köllerbach, ist der Mittfünfziger als Professor für Akkordeon und Kammermusik an der Hochschule für Musik Würzburg tätig. Hussong studierte an der Hochschule für Musik Trossingen sowie in Toronto und Tokio. 1983 gewann er den Hugo-Herrmann-Wettbewerb, 1987 erhielt er den 1. Preis bei der International Gaudeamus Interpreters Competition für Zeitgenössische Musik. 1999 erhielt er in der Kategorie "Bester Instrumentalist des Jahres" den Echo Klassik.


Direkt mit Klingenthal und dem Akkordeonwettbewerb war Stefan Hussong erstmals 2013 in Kontakt gekommen. Er war Mitglied der Jury und gestaltete mit Mike Svoboda das Studiokonzert, 2015 trat er in diesem Rahmen mit der Japanerin Yumiko Meguri (Violine) auf.

Als er gefragt wurde, ob er sich vorstellen könne, den Vorsitz der Jury zu übernehmen, habe er nicht lange überlegen müssen: "Deutschlands bekanntester Akkordeonwettbewerb muss weitergeführt werden." Was die eingangs angesprochenen Veränderungen angeht, so will er diese behutsam angehen, aber in zwei, drei Jahren soll seine Handschrift sichtbar sein. Hussong will die Internationalität des Wettbewerbs erweitern, für den in diesem Jahr Anmeldungen aus 20 Ländern vorlagen, und auch neue Mitglieder in der Jury holen.

Neu in diesem Jahr ist beispielsweise schon, das nach längerer Pause wieder Spanien in Klingenthal dabei ist: Iñaki Alberdi sitzt in der Jury, und gestaltete am Dienstag das Studiokonzert im Rathaus. Der Spanier studierte unter anderem in Moskau sowie Helsinki und gewann 1994 den Coupe Mondiale, die Weltmeisterschaft des Verbandes CIA.

Die ersten Preisträger des 55. Klingenthaler Wettbewerbes wurden gestern Nachmittag ermittelt: Das Akkordeon-Duo Sasha & Sasha aus Russland gewann den Wettbewerb der Akkordeon- und Instrumental-Duos.

Termin: Heute, Ratssaal: Konzert mit Ardakii Shkvorov (Russland). Beginn 19 Uhr.

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