Orgelweihe als feierliches Finale eines Kraftaktes

In der Kirche von Taltitz wird am Sonntag das Ende der Sanierung der Königin der Instrumente gefeiert. Die Arbeiten am Gotteshaus waren jedoch deutlich umfangreicher.

Taltitz.

Mit einem Festgottesdienst wird am morgigen Sonntag die Opitz-Orgel in der Kirche von Taltitz wiedergeweiht. Das Instrument wurde generalüberholt. Dabei hat es seine ursprüngliche Farbgebung aus dem Jahre 1876 zurückerhalten. Die weiße Farbe wurde entfernt, es strahlt in frischer Holzoptik von der Empore. Der Gottesdienst beginnt um 15 Uhr. Er wird vom Oelsnitzer Pfarrer Andreas Schlotterbeck gehalten. Die Orgel spielt Kirchenmusikdirektor Ronald Gruschwitz. Mit der Orgelweihe geht für die Taltitzer Christen nicht nur die Zeit ohne Orgelmusik im Gottesdienst zu Ende. Es ist gleichzeitig der Abschluss einer aufwendigen Sanierungsmaßnahme am Gotteshaus selbst.

Ausgangspunkt für die Arbeiten war ein Balken über der Orgel. An dem wurden vor drei Jahren Risse festgestellt. "Wir konnten anfangs nicht einschätzen, ob nur der Stuck beschädigt war, oder der Balken selbst", sagt Kirchenvorstandsmitglied Jens Persing, der als Planer die Arbeiten im Ehrenamt gemanagt hat. Problem: Für eine gründliche statische Untersuchung einschließlich möglicher Arbeiten stand die Orgel im Weg. Sie musste für Baufreiheit weichen. Da lag es auf der Hand, eine Generalüberholung des Instrumentes gleich mit anzuschieben. Die letzte gründliche Überholung lag schließlich 25 Jahre zurück, wie Detlef Gläßer berichtet. Er ist Vorsitzender des Kirchenvorstands. Für beide Vorhaben eine Finanzierung zu sichern und sie im Gleichklang anpacken zu können, das sei eine große Herausforderung gewesen, so die Kirchenvorstände. Nach einer Ausschreibung der Orgelsanierung 2017 sei etwa kein einziges Angebot eingegangen. Erst voriges Jahr konnten die Arbeiten beginnen.

Und die entpuppten sich als Kraftakt. Denn nicht nur besagter Balken musste ersetzt werden. Die Untersuchung durch einen Holzschutzgutachter brachte einen umfangreichen Schwammbefall ans Licht. Unter der Dielung hatten sich große weiße Fruchtkörper gebildet. Die Kirche blieb lange Zeit Baustelle. Das Krippenspiel zum Weihnachtsfest im vergangenen Jahr wurde beispielsweise im Feuerwehrgebäude aufgeführt. Der außergewöhnliche Ort brachte ein außergewöhnliches Spiel hervor - Detlef Gläßer und Jens Persing zieht es noch heute ein breites Grinsen ins Gesicht.

Insgesamt 116.000 Euro haben die Arbeiten im Chorbereich einschließlich der Orgelsanierung gekostet. Viele Spenden gingen dafür ein. Geld stellte auch die Untere Denkmalschutzbehörde sowie die Landeskirche zu Verfügung. Die Taltitzer Kirchgemeinde zählt reichlich 120 Gemeindeglieder.

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