Partnerstadt in Tschetschenien?

Ein Bad Brambacher Gemeinderat hat die Fühler ins 3300 Kilometer entfernte Argun ausgestreckt. Nun wird dazu debattiert.

Bad Brambach.

Geht es nach dem Bad Brambacher FDP-Gemeinderat Torsten Schnurre, dann baut der Kurort partnerschaftliche Kontakte mit der tschetschenischen Stadt Argun auf. Schnurre hatte nach eigenen Worten durch einen Bekannten Kontakt in die 30.000-Einwohner-Stadt nahe Grosny aufgenommen, auf Russisch einen Brief geschrieben. Argun habe Interesse, erklärte Schnurre im Gemeinderat, suche seinerseits Partner. "Ich sehe einen Sinn für Bad Brambach, bekannter zu werden, touristisch mehr Leute ranzuziehen. Radon kennt man dort auch", so Schnurre, der eine Ratsbeschlussvorlage erarbeitet hatte.

Bürgermeister Maik Schüller (parteilos) ging das alles zu fix. "Bis vor fünf Minuten kannte ich die Stadt nicht. Ich finde, die Fraktionen sollten dazu beraten. Dazu werden wir alles übersetzen lassen, was sie uns da geschrieben haben", so Schüller. Er sieht Prüfungsbedarf, verwies auf bereits geknüpfte Beziehungen ins nahe Haslau/Hazlov- und das Interesse aus der Oberpfälzer Gemeinde Fensterbach. Vom 2300-Einwohner-Ort, der im Gebiet des beruflichen Wirkungskreises von Bundeswehrsoldat Schüller liegt, war 2019 eine Abordnung in Bad Brambach, besichtigte auch den Sprudel.

Eher skeptisch reagierte Otto Fischer (CDU). "Ohne Fördermöglichkeit ist bei der Entfernung nichts zu machen", betonte er. Zwischen Bad Brambach und Argun liegen 3300 Kilometer. Fischer erinnerte an frühere Kontakte ins knapp 80 Kilometer entfernte Konstantinsbad/ Konstantinový Láznì (Kreis Pilsen), von denen das Brunnenschöpfen übrig blieb. Schnurre ist indes überzeugt, dass ein Beschnuppern mit Argun, einem Industrievorort Grosnys mit einem Lada-Werk, etwas bringt. "Es kostet uns kein Geld, wir investieren nur Zeit", sagte er.

00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.