Polizei: Entführungsversuch in Klingenthal von Schülerin erfunden

Der mutmaßliche Fall um eine Grundschülerin in Klingenthal ist aufgeklärt. Das Mädchen hat sich die Geschichte ausgedacht. Der sogenannte Perückenmann ist aber tatsächlich in Treuen unterwegs gewesen.

Klingenthal.

In Klingenthal hat es keinen Entführungsversuch einer Grundschülerin gegeben. Bei einer Befragung durch Polizeibeamte habe das Mädchen am Freitag zugegeben, sich die Geschichte ausgedacht zu haben. Darüber informierte die Polizeidirektion Zwickau am Freitagmittag. Zuvor hatten die Ermittler nach einer Anzeige von Eltern wegen versuchter Freiheitsberaubung ermittelt.

Die Sechsjährige hatte angegeben, dass ein Unbekannter sie am Dienstag auf dem Weg von der Grundschule auf dem Klingenthaler Amtsberg zum Hort am Rucksack festgehalten und zum Mitgehen aufgefordert habe. In der Folge habe sie sich losreißen und weglaufen können. Daraufhin leitete die Polizei umgehend Ermittlungen ein und stand auch mit den Schulen in der Umgebung in Kontakt. Seither hatten sich viele Eltern Sorgen gemacht und mehr Sicherheit auf dem Schulweg gefordert.

"Für uns sind solche Fälle natürlich sehr ärgerlich", sagte Polizeisprecher Christian Schünemann am Freitagmittag. "Aber wir müssen natürlich jeden Hinweis ernst nehmen und ihm entsprechend nachgehen, bis wir das Gegenteil herausgefunden haben." Es ist der zweite vermeintliche Entführungsversuch in Südwestsachsen in diesem Jahr. Im April hatte eine 13-Jährige in Mülsen bei Zwickau ebenfalls von einem Entführungsversuch berichtet. Daraufhin wurde nach einem Kleintransporter gefahndet und ein Phantombild des mutmaßlichen Täters erstellt. Im Oktober stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein, weil das Mädchen die Geschichte wohl erfunden hatte.

Mehr Klarheit gibt es seit Freitag auch im Fall des sogenannten Perückenmanns. Laut Polizeisprecher Christian Schünemann sei der Mann, der in der Vergangenheit wiederholt Kinder angesprochen hatte, tatsächlich wieder im Vogtland unterwegs. "Allerdings liegen keine strafbaren Handlungen vor", sagte der Polizeisprecher. Der Mann sei in den vergangenen Tagen von der Polizei vernommen worden. Dabei, so Schünemann, habe er zugegeben, in Treuen unterwegs gewesen zu sein. Dort hatte er Kinder angesprochen, was für Aufregung gesorgt hatte. Mit Klingenthal habe er jedoch nichts zu tun, so seine Aussage gegenüber der Polizei, die sich nach der Vernehmung des mutmaßlichen Opfers jetzt bestätigt hat.

Die Polizei hat unterdessen in der Region Bürgerpolizisten in die Spur geschickt, die an den Schulen Tipps zum Verhalten gegenüber Fremden geben. Aushänge an Schulen, die auch im Internet kursieren, stammen jedoch nicht von der Polizei. Darauf weist Sprecher Schünemann ausdrücklich hin. Die Schreiben mit dem Charakter eines Fahndungsaufrufs erwecken den Anschein, dass sie von der Polizei erstellt worden seien. Dem ist nicht so.

 

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