Quelle sprudelt nicht mehr: Tankwagen bringt Trinkwasser

Der Wasserzweckverband musste in einigen Orten im Vogtland reagieren. Die Versorgung ist aber gesichert.

Oelsnitz/Klingenthal.

Hoher Wasserverbrauch bei gleichzeitig zum Teil beinahe versiegenden Quellen: Das ist die Bilanz des Zweckverbandes Wasser und Abwasser/Vogtland (Zwav) nach einem extrem trockenen August. Gleichwohl gab es keine Einschränkungen bei der Wasserversorgung.

Im Falle der Ortslage Marieney musste der Zweckverband jedoch aktiv werden. Bei Marieney handelt es sich um eine der wenigen noch verbliebenen Insellagen im Vogtland. Das heißt: Der Ort ist nicht Teil des großen Trinkwassernetzes, sondern wird mit eigener Quelle versorgt. Die reicht jedoch nicht mehr aus. Seit zwei Wochen muss deshalb Wasser nach Marieney gefahren werden: alle zwei Tage zehn Fuhren. Das Wasser wird in einen Hochbehälter eingespeist. Auch einige Vogtländer, die über ihre eigenen Brunnen verfügen, sitzen zurzeit auf dem Trockenen. Hier rollt der Tankwagen ebenso. "Dies stellt jedoch immer noch eine sehr geringe Anzahl dar - unter zehn Stück", so Geschäftsführer Henning Scharch.

Die Quellschüttungen, wichtiger Teil der vogtländischen Trinkwasserversorgung, haben sich weiter regional sehr unterschiedlich entwickelt. In Plauen läuft das Wasser fast unvermindert, 95 Prozent der üblichen Menge kann hier ins Netz fließen. Die Quelle in Korna bei Schöneck, die normalerweise Oelsnitz versorgt, ist dagegen fast versiegt. Nur noch acht Prozent der üblichen Wassermenge werden hier registriert. Auch der Bereich Rodewisch/Wernesgrün ist mit zehn Prozent des Normalwerts extrem betroffen. Reichenbach liegt bei 40 Prozent. "Alle Quellschüttungen sind weiter rückläufig", so Scharch. In Rothenkirchen/Wernesgrün, wo ein drastischer Rückgang der Quellschüttung und ein Spitzenbedarf zusammenfallen, wird Wasser aus den Talsperren Carlsfeld und Muldenberg eingespeist. "Unter normalen Bedingungen reicht die Kapazität unseres Wasserwerkes Holzbach völlig aus", so der Zwav-Chef. Der Wasserbezug aus den Talsperren liegt derzeit fast 50 Prozent über dem Durchschnitt. Der Spitzenwert mit 63 Prozent wurde am 22. August erzielt. Der Verbrauch insgesamt lag etwa ein Drittel über dem Normalwert. "Neben dem Bevölkerungsbedarf ist auch der Wasserbezug bei unseren Großverbrauchern deutlich gestiegen. Es handelt sich häufig um Lebensmittelproduzenten und Landwirte", so Scharch. Die Talsperren seien jedoch immer noch sehr gut gefüllt, Lieferschwierigkeiten ausgeschlossen.

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