Restauratoren suchen neue Schätze

Auf dem Weg zur Rundum-Sanierung des Treuener Schlosses nimmt der Förderverein als nächstes den Fußboden an der Eingangstür in Angriff.

Treuen.

Für dieses Jahr hat der Förderverein Schloss Treuen sein Sanierungs-Soll fast erreicht. Eines wollen die Hausherren aber noch schaffen - sofern sich Fachfirmen mit freien Kapazitäten finden lassen: Nach dem Barocksaal muss endlich auch der wenig einladend aussehende Fußboden in Angriff genommen werden. Material ist schon beschafft. "Wir wollen Theumaer Schiefer einbauen", erklärt Vereinschef Ulrich Leipoldt. "Die Platten haben wir aus Abbruchhäusern geholt."

Nächstes Jahr kommt die erste Etage an der Reihe. Das heißt, der Bereich am Eingang zum Barocksaal. Auch dafür braucht es Unterstützung von Experten. Und die hat man in den eigenen Reihen. Wie schon andernorts im Schloss werden aller Voraussicht nach die Treuener Restauratoren Sandra Finsterbusch und Jens Wirth den Auftrag übernehmen. Decke und Wände dämmern seit Jahrzehnten vor sich hin. Dabei haben sie vielleicht einiges zu bieten. Leipoldt zufolge sind beide nicht so wertvoll wie ihre Pendants im Barocksaal und teilweise durch Hausschwamm in Mitleidenschaft gezogen. "Wir müssen sehen, was es an Befunden gibt", so der Vereinschef. Befunde heißt: Möglicherweise schlummern dort weitere Malereien. Im Barocksaal konnten sie teilweise freigelegt und als "Fenster zur Vergangenheit" aufbereitet werden.

Perspektivisch werden auch Wände und der Decke im Nebenraum des Barocksaals restauriert. Zwischendurch muss der 141 Mitglieder starke Verein schon damit beginnen, zur Anfangszeit Restauriertes instand zu halten. Das war nach der Haus-Ersteigerung 2003 und gilt unter anderem für damals eingebaute Fenster. Was sich baulich daran anschließt, hängt von der weiteren Nutzung ab.

Das eigentliche, zur Gründung gesteckte Ziel ist längst erreicht: Mit der Sanierung wollten die Herren des Spätrenaissancebaus anno 1610 das Fachwerk-Schmuckstück der Nachwelt erhalten. "Wie es weitergeht, wird von zwei Faktoren beeinflusst", sagt Ulrich Leipoldt. "Zum einen ist da die finanzielle Seite, zum anderen der Verein selbst. Wir haben auch Nachwuchsprobleme und werden nicht jünger."

Für die engagierten Treuener Schlossförderer ist der einstige Herrensitz nicht nur Arbeitsort, sondern auch Veranstaltungsstätte. Nach dem Liederabend gestern wird Anfang November eine Komödie angekündigt und für den ersten Advent das traditionelle Weihnachtskonzert.

www.schlossverein-treuen.de

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