Schulen von Bad Brambach und Plesná starten Beziehung neu

Eingeschlafene Kontakte der Nachbarorte diesseits und jenseits der Grenze werden neu belebt. Am gestrigen Donnerstag wurde dafür ein weiterer Schritt unternommen.

Bad Brambach.

Wenn Kinder den Mund halten, ist nicht zu unterscheiden, aus welch einem Land sie kommen. Deutschland oder Tschechien - egal. Gemeinsam spielen sie mit Triangel, Klangholz oder Trommel, reihen sich ein zum Tanz, basteln aus Buntpapier die kleine Raupe Nimmersatt, treiben Sport und lassen sich schließlich Stockbrot schmecken. So wie gestern in Bad Brambach.

Dass 13 Grundschüler aus der Mittelschule Fleißen/Plesná sich gestern Vormittag in der Grundschule Bad Brambach aufhielten und gemeinsam mit ihren Gleichaltrigen ein paar schöne Stunden verbrachten, das war ein Gegenbesuch. "Am 7. Mai war es umgekehrt. Da waren wir bei unseren Nachbarn und es war sehr schön", sagt Annett Stahl, Leiterin der Grundschule, und ihr Amtskollege, der Leiter der Mittelschule Václav Polivka, von jenseits der Grenze pflichtet ihr bei. Beide Besuche setzten einen Neuanfang. Bis vor ungefähr zehn Jahren war es nämlich so, dass sich die deutschen und tschechischen Schüler alle zwei oder drei Jahre jeweils in der anderen Schule trafen, um gemeinsam etwas zu unternehmen. Es gab grenzübergreifende Schulgartenprojekte, Sportveranstaltungen und Ähnliches. "Der Abstand war aber zu lang. Wenn Kontakte gepflegt werden sollen, dann muss das regelmäßig und in kürzeren Abständen passieren. Sonst lässt das Interesse nach. Es wird dann schwierig und aufwendig, solche Treffen zu organisieren. Ich möchte aber, dass sie zu einer Normalität werden", bekräftigt Annett Stahl.


Bestärkt darin wurde sie im Frühjahr bei einem Fahrradausflug nach Fleißen/Plesná, als sie dort die Mittelschule sah. An ihrer Seite war Pavlina Kellerová, eine gebürtige Tschechin, die mittlerweile in Sohl lebt und in Kitas und Schulen der Region - auch in Bad Brambach - Kinder mit der tschechischen Sprache vertraut macht und die Partner in Zukunft unterstützt.

Den 7. Mai nennt Annett Stahl "einen Neubeginn für eine Freundschaft". Schriftlich fixiert werden soll sie am 4. Juli, wenn sich Stahl und Pavlinka in Bad Brambach zur Unterzeichnung einer Vereinbarung treffen. In einem sind sich die beiden einig: Papier ist geduldig und Kontakte müssen mit Leben erfüllt werden.

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