Trotz Corona: Kunsthandwerker verbreiten festliches Flair

Das A und O für Veranstaltungen ist ein gutes Hygienekonzept. Das hat Töpfermeister Andreas Leonhardt am Wochen-ende in Plauen unter Beweis gestellt.

Plauen.

In normalen Jahren hat Tischlermeister Rainer Mewes aus Eliasbrunn bei Bad Lobenstein um Mitte November herum bereits 18 Märkte besucht. Aber 2020 ist nicht normal. "Das ist jetzt der dritte Markt in diesem Jahr", sagte er am Samstag beim 5. voradventlichen Kunsthandwerkermarkt auf dem Hof von Töpfermeister Andreas Leonhardt an der Bärenstraße. Umso dankbarer war der zum ersten Mal in Plauen verkaufende Thüringer, dass der Künstler das Gesundheitsamt mit einem guten Hygienekonzept überzeugen konnte.

"Wir haben zwei, drei Mal telefoniert und dann wurde es genehmigt", berichtete Andreas Leonhardt. Das Mitglied des Bundes Bildender Künstler Vogtland (BBKV) lobte die Behörde ausdrücklich für "die sehr schöne Zusammenarbeit". Die seit Ende Oktober geltende Verordnung lasse solche Märkte wie den an der Bärenstraße zu.

Der Töpfermeister und seine Helfer hatten mit Absperrband einen Kreisverkehr eingerichtet, bei dem sich niemand begegnen konnte und es immer nur in eine Richtung vorwärtsging. Zudem war Mundschutz zu tragen, sich am Eingang mit Namen und Telefonnummer zu registrieren sowie die Hände zu desinfizieren. "Ich freue mich, dass wenigstens etwas stattfindet", sagte eine ältere Dame am Einlass. Aber auch die Teilnehmer zeigten sich dankbar für diese Gelegenheit, ihre Waren anzubieten und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen.

Gut ins Gespräch kommen konnten die Besucher mit der ebenfalls erstmals beim Kunsthandwerkermarkt vertretenen Stefanie Kirchner aus Brunnhartshausen in Thüringen. Die 26-Jährige lernte vor sechs Jahren das Graveur-Handwerk und zeigte diese Kunstfertigkeit an ihrem Stand. Die Busfahrerin im Hauptberuf und Graveurin im Nebenberuf gestaltet Ringe, Schlüsselanhänger, Messer, Jagdwaffen, Feuerzeuge, Einkaufswagenchips und zahlreiche andere Alltagsgegenstände mit künstlerischen Verzierungen, oder auch nur mit dem eigenen Namen.

"Das ist dieses Jahr mein zweiter Markt", berichtete die junge Frau. Normalerweise sind es bei ihr fünf oder sechs solcher Veranstaltungen in zwölf Monaten. Sie und Rainer Mewes haben aber noch ein Eisen im Feuer: Beide kann man mit ihren Produkten auch im Internet finden.

Insgesamt beteiligten sich zwölf Anbieter an dem Markt. Alle hoffen für die Zeit bis Weihnachten auf weitere Möglichkeiten, ihre Waren vor Publikum anbieten zu können. "Nächste Woche ist Augustusburg", blickte Rainer Mewes voraus. In Plauen hat es ihm gefallen. Er sei positiv überrascht gewesen von dem Umfeld des kleinen, feinen Marktes und der Organisation.

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