Urteil für Drogenhändler: Vier Jahre auf Bewährung

Wegen Handels mit Drogen musste sich ein Markneukirchener vor Gericht verantworten. Es war nicht das erste Mal.

Markneukirchen/Plauen.

Die Angst stand dem Angeklagten am Dienstagnachmittag im Amtsgericht Plauen ins Gesicht geschrieben, als Staatsanwalt Fink eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten forderte. Der Verteidiger des angeklagten Mannes aus Markneukirchen verlangte hingegen eine Bewährungsstrafe. Dem ging der vorsitzende Richter Gerhards und die beiden Schöffen letztlich nach: ein Jahr und zehn Monate, ausgesetzt zu vier Jahren Bewährung, lautete das Urteil.

Der 36-jährige Markneukirchener soll in seinem Garten in Bad Elster Cannabis angebaut haben und das Marihuana anschließend verkauft haben. Mindestens 50 Mal, in 30 Fällen an eine 17-Jährige, so die Anklage des Staatsanwaltes.

Der Verkauf der Drogen soll zwischen Oktober 2017 und März 2018 in der Wohnung des Angeklagten stattgefunden haben. Neben der Minderjährigen hat auch ein damals 18-Jähriger bei ihm gekauft, der auch den Konsum der jungen Frau finanzierte. Den Handel mit dem Rauschmittel gestand der Angeklagte ohne Einschränkungen. Jedoch habe er nicht gewusst, dass seine Kundin noch nicht volljährig sei.

Im Juli vergangenen Jahres wurden nach vorangegangener Ermittlungen von der Polizei Plauen die Wohnung und der Garten des Mannes durchsucht. Die gefundenen vier Pflanzen wurden von den Beamten beschlagnahmt, der Vernichtung stimmte der Angeklagte zu. "Ich mochte mit den Drogen nichts mehr zu tun haben", sagt er.

Die beiden Käufer, die beide bereits Verfahren wegen Drogenhandels hatten, traten als Zeugen im Prozess auf. Ihre Aussagen waren zunächst wirr, an die genaue Anzahl der Käufe könnten sich beide nicht recht erinnern. Erst auf Drängen des Richters, der sie mit ihren Aussagen aus der Polizei-Vernehmung konfrontierte, wurden die Aussagen konkreter. Man einigte sich schließlich auf 50 Fälle, in denen die Jugendlichen Drogen in Markneukirchen erwarben.

Es war am Dienstag nicht das erste Mal, dass sich der 36-Jährige vor einem Gericht verantworten musste. Er ist bereits wegen Sachbeschädigung und mehrerer Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und Handels mit Rauschgift vorbestraft. Dies bezog der Richter und die beiden beisitzenden Schöffen auch in das durchaus milde Urteil ein. Um nicht dennoch ins Gefängnis zu müssen, ist er verpflichtet, 2500 Euro an den Christlichen Verein junger Menschen zu zahlen, mehrfach jährlich einen Drogentest zu machen und eine Wertersatzzahlung in Höhe von 1000 Euro zu leisten. Dies entspricht dem geschätzten Gewinn aus den Verkäufen.

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