Warum VW Adorf verlässt

Die Carl Gruppe hat das Autohaus Am Schwarzbach geschlossen. Für den Chef auch persönlich eine schwere Entscheidung.

Adorf.

In Adorf hat für Cornelius Carl alles angefangen, als er vor mehr als 20 Jahren aus Thüringen ins Vogtland kam. Deswegen ist die Schließung des VW-Autohauses Am Schwarzbach zum 31. Mai für den Geschäftsführer der Carl Gruppe auch eine Entscheidung, die ihn persönlich stark bewegt. "Ich habe 1998 in Adorf begonnen und acht Jahre auch dort gewohnt. Es ist ein großes weinendes Auge", betont der 51-Jährige zum Entschluss, den Standort Adorf aufzugeben. Bewusst ist er beim Abschied nochmals durch die Räume gegangen und hat sich erinnert, wie hier alles begann.

Das Ende für das Autohaus in Adorf war ein Schritt, der ausführlich geprüft wurde, betont der Geschäftsführer der Carl Gruppe. Qualitative und quantitative Anforderungen, die Erwartungen von Kunden, Mitarbeitern und VW spielten dabei eine Rolle - und die Fragestellung, ob der Standort aus betriebswirtschaftlicher Sicht auf Dauer gehalten werden kann. Für das Autohaus an der Markneukirchner Straße, im Gegensatz zu vielen Autohäusern kein klassischer Autohaus-Neubau, sondern ein ehemaliger Milchhof - hätte sich diese Frage in absehbarer Zeit wieder gestellt, so Carl. Daher die mit VW abgestimmte Entscheidung, die Kräfte an den Standorten Plauen, Reichenbach und Mylau zu konzentrieren. "Relativ kurzfristig" - im Frühjahr - sei nach langem Abwägen dieser Entschluss gefallen. Die Kunden des Adorfer Autohauses erfuhren von der Entscheidung durch einen erklärenden Brief Anfang Mai. Sehr froh ist Cornelius Carl, dass alle Adorfer Mitarbeiter weiter im Unternehmen arbeiten, ein Großteil in Plauen. "Das ist mir das Wichtigste." Auch für die Immobilie in Adorf ist eine Lösung gefunden worden. Es gibt eine Nachnutzung, bestätigt Carl - noch ist sie aber nicht spruchreif.


Die Carl-Gruppe ist mit 160 Mitarbeitern einer der großen Automobilhändler im Vogtland. In den Neubau des Audi-Zentrums Vogtland an der Böhlerstraße in Plauen und den Ausbau des VW-Standortes an der Moorstraße in Plauen hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren neun Millionen Euro investiert.

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