Wegen Borkenkäferbefall: Kahlschlag am Röthelstein

Diese Woche beginnt der Forst damit, um den markanten Felsen Dutzende Bäume zu entfernen. Was bedeutet das für das nächste Pfingstsingen?

Beerheide.

Der felsige Untergrund am Röthelstein macht es den Fichten schwer: Von der extremen Trockenheit dieses Jahres sind sie noch stärker betroffen als Bäume auf normalem Waldboden. "Sie sind so geschwächt, dass der Borkenkäfer leichtes Spiel hat", erläutert Revierförster Stefan Voigt und schält mit seinem Messer ein Stück Rinde von einem Baum, dessen Nadeln bereits gelb sind. Das Insekt hat seine Spuren hinterlassen, die Fichte ist dem Tod geweiht. Dutzende Fichten am Röthelstein sind mit dem roten K für Käferbaum markiert, diese Woche wird damit begonnen, sie zu fällen.

"Wir haben keine andere Wahl, allein wegen der Verkehrssicherungspflicht", sagt Voigt. Das Holz der sterbenden Bäume werde schnell brüchig, die Stämme zerfielen, könnten Menschen in Gefahr bringen. Schließlich ziehe das Pfingstsingen regelmäßig Hunderte Menschen auf die Naturbühne, der hier vorbeiführende Rissweg 2 sei stark begangen. Der wird demnächst abgesperrt, ebenso wie der nahegelegene Rissweg 1. Die Arbeiten sollen bis Ende nächster Woche abgeschlossen sein.

Hinterher wird es am Röthelstein deutlich kahler aussehen als bisher. Bis die "Verjüngung" nachgewachsen ist, also die kleinen Bäumchen, die bisher im Schatten der Riesen stehen, wird es eine Weile dauern. Die Fichten, die jetzt fallen, sind laut Voigt etwa 105 Jahre alt und im Schnitt 35 Meter hoch. "Normalerweise ist das Holz von diesem Untergrund gut, weil es sehr enge Jahresringe hat und dadurch sehr fest ist." Doch für das "Käferholz" muss der Sachsenforst nun erhebliche Abschläge hinnehmen. Wichtig ist, dass es nach dem Schlagen schnell abtransportiert wird, damit nicht weitere Bäume infiziert werden. Eventuell könne man es auf einen Lagerplatz nach Zschorlau fahren, der die geforderten 300 Meter vom Wald entfernt sei, sagt der Förster. Sein Beerheider Revier sei im Forstbezirk Adorf am schlimmsten betroffen: "Seit Juni rennen wir dem Borkenkäfer hinterher."

Insgesamt müssten in seinem Revier etwa 4500 Festmeter Käferholz weg, 3500 davon habe man bereits entfernt. Für eine große Fichte rechne man mit ein bis zwei Festmetern. Doch auch Lärchen und Kiefern fielen den Borkenkäfern zum Opfer. "Monokulturen sind besonders anfällig, wir müssen uns breiter aufstellen", so der Förster.

Bleibt die Frage, ob sich die veränderte Kulisse negativ auf die Atmosphäre beim nächsten Pfingstsingen auswirken wird. Seit 1953 ein fester Bestandteil im regionalen Veranstaltungskalender, lockt es jährlich Hunderte an den Röthelstein. Beerheides Ortsvorsteherin Bettina Groth (CDU) sieht den "notwendigen Eingriff" diesbezüglich gelassen, im Gegenteil, es sei sogar gut, wenn die Sicht auf den Felsen wieder etwas freier wird. Im übrigen habe das Pfingstsingen im Laufe der Jahre schon verschiedene Zustände erlebt, Natur sei eben Natur, sagt Groth. (mit suki)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...