Weltmeister wächst: Gute Zahlen und Praktikantin aus New York

1852 Akkordeons wurden im vergangenen Jahr in der Klingenthaler Weltmeister-Manufaktur gefertigt. Die Instrumente sind international sehr gefragt.

Klingenthal.

Als sich Katarina Yaukey 2016 in New York für ihren Auftritt in der Broadway-Show "Great Comet of 1812" ein Akkordeon aussuchen konnte, entschied sie sich für ein Weltmeister-Instrument. Gewicht, Klangeigenschaften und Spielbarkeit gaben für die Musikerin und Schauspielerin den Ausschlag. Im Trailer zur Show auf Youtube sieht man auch, warum: Katarina Yaukey wirbelt mit dem Akkordeon regelrecht über die Bühne.

Derzeit ist die US-Amerikanerin in Klingenthal und gehört im blauen Overall quasi zur Belegschaft der Weltmeister-Manufaktur. Der Grund: Katarina Yaukey will in Manhattan einen Akkordeon-Shop eröffnen und dabei auch Reparaturen anbieten. Um das notwendige Zertifikat zu erhalten, muss sie mehrere Kurse in der Manufaktur absolvieren. "Wir werden sie also noch öfters bei uns haben", schaute Geschäftsführer Frank Meltke voraus.

Zur Betriebsversammlung am Mittwochfrüh vermittelte Katarina Yaukey ihren Klingenthaler Kollegen auf Zeit in den ehrwürdigen Werkhallen einen musikalischen Hauch Broadway - und erntete viel Beifall. Solche Praktika samt kleinen Auftritten sind Teil der neuen Unternehmensphilosophie in der Weltmeister-Akkordeon-Manufaktur. Im November 2019 hatte der Russe Wladimir Butusov damit den Anfang gemacht.

Frank Meltke nahm die Betriebsversammlung zum Anlass für den Rückblick auf 2019 und einen Ausblick auf 2020. Mit einem Wachstum um knapp elf Prozent gegenüber 2018 ist das Unternehmen nach seinen Worten dicht an der erstrebten schwarzen Null. 1852 Akkordeons wurden 2019 in Klingenthal gebaut. Konnte der Umsatz in Südkorea um rund 64.000 Euro und in den USA um rund 80.000 Euro gesteigert werden, so waren es in Russland sogar 300.000 Euro mehr.

Akkordeons aus Klingenthal werden in mehr als 60 Länder verkauft. Im vergangenen Jahr gingen Instrumente sogar nach Namibia, Indonesien, auf die Färöer-Inseln und in die niederländische Karibikinsel Curaçao.

Auch das Jahr 2020 ist laut Meltke mit einem Umsatz von über 200.000 Euro im Januar gut angelaufen. Allerdings bekommt das Klingenthaler Unternehmen derzeit auch die internationalen Auswirkungen um das Coronavirus zu spüren, denn die Hauptabnehmer für Weltmeister-Akkordeons in China haben ihren Sitz in Wuhan. Dorthin geht derzeit gar nichts.

Dafür läuft in Mexiko ein neues Projekt an. Für eine mehrteilige Fernseh-Show lässt sich die Musikerin Adriana Sanchez derzeit in Klingenthal ein Weltmeister-Akkordeon fertigen, mit dem sie in der Show auftreten wird. Davon verspricht man sich neue Impulse bis nach Südamerika.

Katarina Yaukey war übrigens am Dienstag gemeinsam mit dem Klingenthaler Musiker Bernd Zabel auf dem Bildschirm zu erleben, als dasARD-Fernsehen in "Live nach Neun" aus der Manufaktur übertrug. "Man merkt, dass die Leute, die hier arbeiten, ihren Beruf lieben", sagte die US-Amerikanerin über ihre Kollegen auf Zeit. Bereits im März wird sie wiederkommen.


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