Zweite Chance für Gedenken

Auf reges Interesse ist die Licht- und Videopräsentation in Mödlareuth gestoßen. Einige Besucher wurden aber auch enttäuscht.

Mödlareuth.

Eine regelrechte Völkerwanderung erlebte rund um die Feiern zum Mauerfall der Ort Mödlareuth. Besonders das Kunstprojekt "Mödlareuther Mauerverlauf" sowie die Videopräsentation am Teich erwiesen sich als Zugpferde.

Inzwischen steht fest: Am Abend des 9. Dezember, dem Tag exakt 30 Jahre nach Öffnung des Grenzübergangs Mödlareuth, werden im ehemals geteilten Dorf neben einer Sternwanderung 18 Uhr ab Töpen, Mißlareuth und Gefell auch die Lichtinstallation und die Videopräsentation erneut in Betrieb sein. Gezeigt werden Szenen des Mauerbaus, des Lebens an der Grenze sowie der friedlichen Revolution und der Grenzöffnung. Zeitweise ist es jedoch zum Ausfall der Videopräsentation gekommen, sodass einige Besucher enttäuscht wurden, weil sie diese nicht erleben konnten. Die Verantwortlichen nannten technische Probleme wie die Überlastung des Stromnetzes und damit ausgefallener Zeitschaltuhren. Das soll am 9. Dezember nicht passieren. Das große Interesse der Besucher lässt die Verantwortlichen des Zweckverbandes Deutsch-Deutsches Museum indes überlegen, ob die Lichtinstallation bis zum 9. Dezember in den Abendstunden angeschaltet bleiben kann. Museumsleiter Robert Lebegern geht davon aus, dass die Installation mit Einverständnis der Mödlareuther und bei Interesse aus der Bevölkerung bis zu diesem Zag leuchten könnte. Die Videopräsentation allerdings wird nur noch einmal am 9. Dezember zu sehen sein.

Entwickelt hat das Kunstprojekt "Mödlareuther Mauerverlauf" sowie die Videopräsentation die Firma Lichtplanung Plus aus Kronach. Seit zehn Jahren führt Markus Stirn das Unternehmen. Bekannt ist er in Oberfranken vor allem durch seine spektakulären Projekte, wie beispielsweise "Kronach leuchtet" - ein Event, das 2020 seine 15. Auflage erfährt. In diesem Jahr hatte er sich dabei der Thematik Mauerfall gewidmet. "Ich komme aus Sonnefeld und hatte den Grenzzaun immer im Bewusstsein, die Grenzöffnung miterlebt", beschreibt der 43-Jährige.

Auf einer Fassade, die mit einer Wasserschutzmauer an einen Fluss angrenzt, projizierte er in Kronach im Frühjahr Bilder des Mauerbaus, des Lebens an der Grenze sowie der Grenzöffnung. "Über dem Fluss hatten wir ein Metallnetz gespannt, welches den Eisernen Vorhang symbolisierte. An die Wassermauer, die ungefähr zwei Meter hoch war und die Mauer symbolisieren sollte, haben wir 50 Holzkreuze gestellt, die in Rot geleuchtet haben und an die Mauertoten erinnern sollten", erläuterte Stirn. Mit diesem Projekt ist die Lichtplanung Plus für den International Dark Award, der im Dezember in London vergeben wird, nominiert. Die Verantwortlichen in Mödlareuth wurden nach der Präsentation in Kronach darauf aufmerksam und holten das Video, ergänzt um die Lichtinstallation "Mauerverlauf Mödlareuth" ins einst geteilte Dorf.

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