429 Bäume seit 1998 gepflanzt: Plauen sucht dennoch neue Paten

Die Stadt startet eine Aktion. Wer sich für mehr Grün engagieren will, hat künftig ganz verschiedene Möglichkeiten zur Wahl.

Plauen.

Die vor 20 Jahren gegründete Aktion "Stadtgrün 2000" ist in die Jahre gekommen und macht Platz für einen Nachfolger. Der läuft unter dem etwas sperrigen Begriff "Grünpaten für Plauen - 100 neue Patenschaften bis 2022" und hat am Montagabend die erste Hürde genommen. Der Stadtbau- und Umweltausschuss stimmte einstimmig zu. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 20. November das letzte Wort.

"429 gespendete Bäume sind in diesen 20 Jahren gepflanzt worden", resümierte Baubürgermeister Levente Sárközy. Attraktive Standorte gebe es kaum noch. Die 1998 der "Charta von Aalborg" beigetretene Stadt bekenne sich weiter zu den Zielen der Stadtökologie und Umweltqualität. Doch seit zehn Jahren wurden im öffentlichen Raum deutlich mehr Bäume gefällt als neu gepflanzt. Der Bedarf ist also gegeben.

Die Grünpaten-Aktion bietet fünf Modelle an. Damit reagierte die Verwaltung auf Kritik, Baumspenden seien zu teuer. Als Ausschussmitglied Rüdiger Müller (SPD) im Frühjahr einen Baum spenden wollte, sollte das 1000 Euro kosten, wenige Jahre zuvor war er noch mit 200 Euro dabei. Doch die jetzt präsentierten gestaffelten Baumspende-Varianten fanden überwiegend Lob im Ausschuss. "Ich finde es klasse", meinte Matthias Gräf. "Andere kriegen es besser hin", sagte Ilona Gogsch hingegen und verwies auf ein Modell in Magdeburg, Zwickau, Halle und Leipzig. Dort sei der Bürger mit 250 Euro pro Baum dabei.


Von der Patenschaft bis zur 1000-Euro-Spende: Fünf Modelle für Freunde der Plauener Bäume

Streuobstwiese: Für eine Spende von 100 Euro wird ein Obstbaum gepflanzt. Denkbar sind gemeinsame Aktionen im Frühjahr und Herbst. Die Spender können aber auch selbst pflanzen, im Beisein einer Fachfirma. Die Spender oder Paten dürfen dann das Obst ernten, sie können es aber auch sozialen Einrichtungen zur Verfügung stellen. Eine erste neue Streuobstwiese entsteht zurzeit am Rande des Stadtparks an der Kauschwitzer Straße neben dem Sportplatz. Weitere sollen folgen.

Pflegepatenschaft: Modell 2 dient der Pflege von Baumscheiben, Bänken etc. Dazu wird ein Patenschaftsvertrag geschlossen. Wer mag, kann beispielsweise eine Patenschaft direkt in der Nähe seiner Wohnung übernehmen und dort eine Baumscheibe bepflanzen und pflegen.

Exklusiv-Baum: Die Höhe der Spende "wird ca. 1000 Euro pro Baum betragen", heißt es in der Beschlussvorlage, dabei sind die Pflegekosten für die ersten drei Jahre enthalten. Dieses Modell bleibt besonderen Standorten vorbehalten (z.B. Bahnhofstraße oder Stadtpark), und es soll besonderen Anlässe dienen: Hochzeit, Jubiläum, Gedenken, Geburt. Eine Liste mit festgelegten Spenderbäumen soll im Internet veröffentlicht werden.

Kleinspende: Mit einer Zuwendung von 150 Euro können Spender oder Spenderin anhand einer von der Stadt vorgegebenen Liste einen Standort auswählen, an dem das Geld zur Bepflanzung verwendet wird. Damit soll Ersatz für Straßenbäume und Grün an wichtigen, aber weniger exklusiven Stellen geschaffen werden.

Privat einen Baum pflanzen und das Baumschnittseminar besuchen: Modell 5 richtet sich an Eigentümer privater Grundstücke. Pflanzen sie (nach Absprache mit der Stadt) Bäume auf eigenem Boden, dürfen sie gratis an einem Baumschnittseminar teilnehmen.ur

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