Altmarkt wippt im Elvis-Takt

Der Rock 'n' Roll lebt - das bewiesen am Samstag Hunderte begeisterte Besucher zum Abschluss der Elvis-Wochen. Zwar verlor OB Oberdorfer die Stadtwette, doch Plauen könnte doppelt gewinnen.

Plauen.

Dichtes Gedränge und super Stimmung herrschten am Samstagnachmittag auf dem Altmarkt, als die Stadtwette aufgelöst wurde: 100 Elvis-Doubles sollte OB Ralf Oberdorfer (FDP) bis 15 Uhr auf die Bühne bringen, damit sie dort gemeinsam "Don't be cruel" singen - mit dieser Wette hatte die Initiative Plauen das Stadtoberhaupt herausgefordert. Der OB hatte sich in den vergangenen Wochen bemüht, zum Beispiel in Karnevalsvereinen und unter Sportlern Freiwillige anzuheuern, und etliche Elvis-Imitatoren fanden sich gestern an Ort und Stelle ein - in weißen oder goldenen Anzügen, angetan mit falschen und echten Koteletten und Haartollen sowie Hawaiiketten und Sonnenbrillen, einige mit Gitarren.

Auch Oberdorfer selbst hatte sich entsprechend kostümiert, Moderator Martin Reißmann ließ sich sogar darauf ein, Frauen im Rockabilly-Look mitzuzählen - trotzdem kamen nur 45 "Don't be cruel"-Sänger zusammen. Klar ist also: Oberdorfer hat verloren und muss mit Hacke und Spaten anrücken, um am neuen Schlosshang zu pflanzen. Allerdings hätte er gar nicht gewinnen können, weil die Bühne für 100 Leute sowieso zu klein sei, merkte er schelmisch an, und schlug vor, die Initiative als größter Gewerbeverein könne sich doch ebenfalls zum Verlierer erklären. Denn dann würde Plauen gewinnen, und zwar eine vom Verein finanzierte Figur "Vater und Sohn" für die Bahnhofstraße. Reißmann fand die Idee prinzipiell gut, muss sich dazu aber erst mit den Vereinsmitgliedern abstimmen, immerhin geht es um mehrere tausend Euro.

Der OB merkte noch an, bei seiner Pflanzaktion würden doch sicher viele mithelfen wollen, was einige Heiterkeit hervorrief, und versprach dafür auch Kaffee und Bier. Er zeigte sich beeindruckt davon, dass trotz des kühlen Schauerwetters so viele Menschen kamen, um den Abschluss der Elvis-Wochen zu erleben. Der "King of Rock 'n' Roll" sei halt "immer noch eine Ikone", meinte zum Beispiel Melissa Montua (20), die mit ihrem Opa Klaus Wöllner in einem Cadillac von 1959 vorfuhr. "Manchmal wünsche ich mich in diese Zeit zurück", sagt die junge Frau, die besonders von "Jailhouse Rock" oder "Let Yourself Go" angetan ist. Das Elvis-Musical hat sie tief beeindruckt.

Heinz Tonndorf vom Schallplatten-Club lobt die tolle Atmosphäre, nicht nur gestern: "Der Vortrag über Elvis war sehr gut, das Musical allererste Sahne, geil gemacht."

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