Gymnasium fiebert Turnhalle entgegen

In Sack und Tüten ist der Sporthallen-Neubau am Lessing-Gymnasium offenbar noch nicht. Die Schule ging gestern deshalb in die Offensive und bat zum Praxistest.

Plauen.

Es ist ein ständiges Gehetze: Wenn am Lessing-Gymnasium Sportunterricht angesagt ist, müssen die Schüler der achten bis zwölften Klassen und die Lehrer die Beine in die Hand nehmen. Denn die Stunden finden nicht in der Schule selbst statt, sondern in der Turnhalle des Beruflichen Schulzentrums Anne Frank an der Wieprechtstraße. Das Gebäude befindet sich rund einen Kilometer entfernt. Der Weg dorthin ist nicht gerade ungefährlich, und zurück geht's bergauf.

Die mehr als 250 jüngeren Schüler, die sich in der Halle im Untergeschoss des "Lessing" aufhalten müssen, haben sich mit den momentanen Zuständen rund um ihre marode Einfeld-Sporthalle zwar arrangiert. Damit abgefunden haben sie und die fünf Sportlehrer sich bestimmt nicht. Vor einem Vierteljahrhundert sei die stark frequentierte Halle zuletzt saniert worden, so Ralf Fischer. Er koordiniert am Gymnasium das Fach Sport und sehnt die von Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) in Aussicht gestellte neue Dreifelder-Sporthalle genau wie seine Kollegen herbei.


Wie weit es indes mit den Fördermitteln aus Dresden gediehen ist, darüber will die Stadtspitze am Dienstag informieren. An der Schule setzt man alle Hoffnungen darauf.

Was gestern Vormittag beim Praxistest mit der Klasse 6 c und ihrer Sportlehrerin Constanze Steinert ins Auge fiel oder in die Nase stieg:

Geruch: Beim Sport fließt auch Schweiß. Doch nicht nur davon riecht's unangenehm, denn es kann schlecht gelüftet werden - die Fenster der nicht genormten Halle sind zu weit oben und deshalb kaum zu erreichen. Gleiches trifft auf die Umkleidekabinen und die wenigen kleinen Nebenräume zu. Mief strömt auch aus den spärlich vorhandenen Toilettenkabinen: Für die Mädchen gibt es gerade einmal zwei.

Platzverhältnisse: Es stehen angeblich rund 405 Quadratmeter zur Verfügung. Weil aber alles verwinkelt und vollgestopft ist mit Sportgeräten oder Trainingsmatten, wirkt die Fläche viel kleiner. Ständig müsse umgebaut werden, nichts könne stehen bleiben, sagen die Sportlehrer. Dadurch steige auch die Verletzungsgefahr.

Zeitnot: Da allein 33 Unterrichtsstunden wöchentlich von den Klassen 5 bis 7 - das sind derzeit elf an der Zahl - in der Mini-Turnhalle abgehalten werden müssen, geht es Schlag auf Schlag. Durch den notwendigen Auf- und Abbau fehlt Zeit für Leistungskontrollen. Aber zwei Klassen zusammenzunehmen, das funktioniert wegen der Enge nicht.

"Eine neue Turnhalle ist zwingend notwendig", sagt Constanze Steinert, die auch stellvertretende Direktorin am Lessing-Gymnasium ist. Mit den Sechstklässlern führte sie gestern Geräteturnen durch. Ob Mädchen oder Jungen - die Bewegung an den Barren, auf dem Schwebebalken oder am Reck machte ihnen gleichermaßen Spaß.


Kommentar: Punkt und basta

Man kann es auf eine einfache Formel bringen: Der miefige, dunkle und viel zu kleine Turnsaal unter der Aula des Lessing-Gymnasiums muss dringend ersetzt werden. Für den Neubau einer Halle ist nicht mehr der geringste Aufschub denkbar. Schon gar nicht ein weiteres Vierteljahrhundert. Punkt. Basta.

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