Kreative Ideen aus Abfall der Textilbranche

Mit dem internationalen Wettbewerb "Stickstich 2019" wurden Lösungen gesucht, um durch Verwertung die Recyclingquote für Textilabfälle deutlich zu erhöhen. Das Ergebnis ist jetzt zu sehen.

Plauen.

Im Herbst des vergangenen Jahres hatten der Branchenverband Plauener Spitze und Stickereien sowie der Chemnitzer Verein Sachsentextil zum internationalen Wettbewerb "Stickstich 2019" aufgerufen und den "Texcycle-Award" ausgelobt. Zum 60. Spitzenfest werden am 23. Juni die drei Gewinner bekanntgegeben.

Anliegen des Wettbewerbs war es, neue und wegweisende Lösungen für eine sinnvolle Nutzung und Verwertung von Textilien zu finden, die bei industriellen Herstellungsprozessen anfallen. Gefragt waren Ideen und Konzepte für neue Produkte, Anwendungen oder Nutzungen, die dabei helfen, die Recyclingquote für Textilabfälle deutlich zu erhöhen. Gesucht werden zudem innovative und wirtschaftliche Methoden der Aufbereitung oder effizienten Weiternutzung textiler Produktionsreste.


Die Exponate sind derzeit in der Galerie Forum K zu sehen. "Über so einen Ideenwettbewerb kommt man an die jungen Leute ran", schildert Jurymitglied Sigrid Müller den Hintergrund für den Wettbewerb. Alle 16 Schöpfungen der jungen Künstler werden gezeigt. Wer den Publikumspreis gewinnt, entscheiden jetzt die Besucher der Galerie Forum K mit. Die Ausstellung mit Arbeiten aus Resten der Textilproduktion ist am Freitagabend eröffnet worden - und damit auch die Abstimmung. Auf bereitliegenden Zetteln kann jeder seinen Favoriten ankreuzen.

"Die Exponate sind im März bereits in Chemnitz zu sehen gewesen und dort wurde auch schon für den Publikumspreis abgestimmt", berichtet die aus Plauen stammende Sigrid Müller vom Verein Sachsentextil. Die Jury hat ihre Entscheidung bereits getroffen. Die Namen der drei Gewinner bleiben bis zur Preisverleihung aber geheim.

Wie schön oder anregend man die Schöpfungen der Künstler findet, spielte allerdings nicht die entscheidende Rolle bei der Preisvergabe. "Ist es realisierbar?", stellt die Projektkoordinatorin die für sie wichtigere Frage. "Es sind viele Studien dabei", ging die Expertin auf die Wettbewerbsbeiträge ein. Nur wenige Ausstellungsstücke seien für die Produktion verwertbar. Aber genau darum gehe es. In der Textilproduktion anfallender Abfall aller Art und damit auch dessen Verbrennung solle vermieden werden. Damit sei etwas für den Klimaschutz getan.

Susanne Schmidt und Julia Hahn von der Westsächsischen Hochschule Zwickau machten aus alten Papprollen verschiedenes Wohnzubehör wie etwa Lampen oder auch Möbel. Svenja Wallenstein und Birke Weber von der Kunsthochschule Berlin dachten an nachhaltige Versandverpackungen, für die sie Faserreste verwendet haben. Laura del Giudice von der Hochschule Reutlingen hat aus Webmaschinen-Schnittresten filigrane Spitzen hergestellt.

Die Schau in der Galerie Forum K ist bis zum 23. Juni jeweils von Mittwoch bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

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