Plauener Schüler schauen sich frühere Grenzanlagen an

"November '89 - was war da?" - Die Frage stellt das länderübergreifende Schülerprojekt mit genau diesem Titel im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth. Am Donnerstag erfolgte hierzu der Auftakt.

Plauen/Mödlareuth.

Zwei Schülerinnen der Hufeland-Oberschule in Plauen sind zum ersten Mal im Deutsch-Deutschen Museum. "Ich kann mir vorstellen, dass das für die Menschen schrecklich gewesen sein muss", sagt Chantal Lehninger im Angesicht der Mauer. "Mein Vater hat mir vom Leben der Menschen in der DDR erzählt", berichtet Tina Müller. Beide Plauenerinnen nehmen wie auch Niklas Meinel, der sich für Geschichte interessiert und das Museum von einem früheren Besuch bereits kennt, an einem Schülerprojekt zum Thema "November '89 - was war da?" teil. Am Donnerstag war dazu der Auftakt im Museum in Mödlareuth. Es erinnert an die ehemalige innerdeutsche Grenze und das einst in Ost und West getrennte Dorf.

Robert Lebegern vom Museum zeigte den jungen Leuten Bilder von Mödlareuth von 1989. Er sagte: "Die Grenzöffnung ist Bestandteil der Regionalgeschichte, auch ein Stück Heimatgeschichte." Auch wenn sonst immer von Berlin die Rede sei, in Mödlareuth habe sich die Grenze krass gezeigt, denn hier hatten die Menschen die Mauer jeden Tag vor Augen. Heute leben 50 Menschen im Dorf, welches zu DDR-Zeit durch eine Mauer und durch Stacheldraht getrennt war. Heute zeigt nur noch der Tannbach, wo der bayerische und der thüringische Teil des Ortes liegen. Das Deutsch-Deutsche Museum, welches eindrucksvoll mit einem Stück Original-Mauer von der innerdeutschen Grenze in Ost und West zeugt, besuchen jedes Jahr etwa 80.000 Besucher.

Anlass für das länderübergreifende Schülerprojekt ist das Gedenkjahr 2019 mit 30 Jahre Friedliche Revolution und dem Mauerfall. Zu den Grenzöffnungen in der Region soll eine Ausstellung zusammengestellt werden. Hierzu werde es Gespräche mit Zeitzeugen geben, weitere Recherchen erfolgen und auch Filme werden gedreht. Es geht um historische Aspekte, Erinnerungskultur, Wahrnehmungsaspekte im Vogtlandkreis, im Landkreis Hof und im Saale-Orla-Kreis. Neben Schülern der Plauener Dr.-Christoph-Hufeland-Oberschule nehmen das Reichard-Gymnasium Bad Lobenstein, die Wirth-Realschule Hof und das Reinhart-Gymnasium Hof teil.

Warum die Hufeland-Schule sich am Projekt beteiligt? "Für uns ist es nicht das erste Projekt hier", sagte Erika Volkmann, stellvertretende Schulleiterin. Der Blick auf diese Zeit, die für die Schüler heute weit weg ist, soll geöffnet, der Horizont erweitert werden. Dabei gehe es nicht nur um die Geschichte, sondern auch um die Gegenwart. "Was bedeutet Demokratie? Das ist superwichtig. Ich möchte die Schüler wachrütteln." In einer Zeit, wo es in Plauen die rechtsextremistische Partei Der Dritte Weg gibt und deren Werbezettel im Briefkasten liegen.

Als Nächstes geht es für die Schüler der 9. bis 11. Klassen an die Recherchearbeit. Zum zweiten Projekttag in Mödlareuth am 9. Mai sollen die Arbeiten vorgestellt werden. Am 2. Oktober erfolgen zum dritten Projekttag letzte Absprachen zur Abschlusspräsentation. Am 5. November schließlich wird die Ausstellung vor Ort eröffnet.

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