Polizei-Attacke: "Axtmann" schon früher auffällig

38-Jähriger hat vor zwei Jahren Stammtisch zerschlagen - Beschuldigter provozierte Beamte während des Einsatzes

Plauen.

Ein 38-Jähriger hatte sich beim Übergriff auf die Polizei im August selbst als den "Axtmann" bezeichnet. Das ist auf dem Video zu hören, das von dem Streit in der Plauener Innenstadt im Internet kursiert. Der Mann hatte die Auseinandersetzung mit ausgelöst.

Nach Recherchen der "Freien Presse" hat der Beschuldigte vor zwei Jahren das Vereinsheim der Gartensparte am Sternplatz attackiert. Mit einer Axt drohte er der Wirtin und zertrümmerte den Stammtisch. Das Amtsgericht verurteilte ihn damals zu einer Geldstrafe, bestätigte gestern ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

"Er hat mir seelischen Schaden zugefügt", sagt Monika Frotscher. Sie hat das Gartenlokal gepachtet. An jenem Abend im Dezember 2016 weigerte sie sich, dem Mann ein Bier zu geben. Er sei bereits betrunken gewesen. Daraufhin habe er die Gaststätte verlassen und sei kurz danach mit einer Axt zurückgekehrt. "Er hat den Tisch zerschlagen und die Axt gegen mich erhoben", sagt die Wirtin. Die Attacke habe er damit begründet, dass einer ihrer Stammgäste ihn per Handy bedrohe.

Der Mann ist mazedonischer Staatsbürger und lebt nach Informationen der "Freien Presse" seit vielen Jahren in Deutschland. Vor mehreren Jahren soll er von Oberfranken nach Plauen gezogen sein.

Bei dem Polizeieinsatz vor der Stadt-Galerie, der durch ein Video bundesweit für Schlagzeilen sorgte, hatte der 38-Jährige die Beamten provoziert. Die Polizisten wollten einen Libyer abholen, um ihn dem Gericht vorzuführen. Dabei eskalierte der Einsatz - unter anderem, weil die Polizisten von Zuschauern gefilmt wurden. Der Mazedonier filmte trotz der Aufforderung, damit aufzuhören, weiter mit seinem Handy. Daraufhin nahm ein Polizist ihm das Telefon ab und wurde von dem 38-Jährigen attackiert. Einem zweiten Polizisten, der seinem Kollegen zur Hilfe kam, sprang ein Jugendlicher auf den Rücken. Dabei soll es sich um den minderjährigen Sohn des Osteuropäers handeln.

Gegen beide ermittelt die Polizei wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung. Als der 38-Jährige seine Personalien nennen sollte, sagte er den Polizisten, er sei der "Axtmann". Das dokumentiert das Video.

Gartenlokal-Wirtin Monika Frotscher hat ihre Stammtisch-Platte ersetzt bekommen. Den Versuch des "Axtmanns", sich bei ihr zu entschuldigen, wies sie zurück: "Wegen ihm habe ich abends Angst. Ich will ihn nicht mehr sehen." (manu)

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