Zwei Coronapraxen im Vogtland schließen

Die beiden Einrichtungen in Plauen und Markneukirchen testen ab 1. Juli nicht mehr. An wen sich erkrankte Patienten nun wenden sollen.

Plauen.

Die Corona-Ambulanzen in Plauen und Markneukirchen werden geschlossen. Das teilte die Pressestelle des Landratsamtes am Donnerstagabend mit. Wie die Kreisbehörde erklärte, erscheine aufgrund der aktuellen Entwicklung der Covid-19-Pandemie im Vogtlandkreis eine ärztliche Betreuung potenziell an Corona erkrankter Patienten in speziell hierfür vorgehaltenen Praxen nicht mehr kosten- und arbeitseffektiv. Die inzwischen getroffenen Regelungen zur prophylaktischen Testung Gesunder nehmen diese bisher in den Ambulanzen erbrachte Serviceleistung ebenfalls aus der Verantwortung der kassenärztlichen Versorgung, hieß es.

Die beiden Ambulanzen in Markneukirchen und Plauen werden daher zum 1. Juli ihre Tätigkeit einstellen. Die Betreuung erkrankter Patienten soll laut Pressesprecher Uwe Heinl ab diesem Zeitpunkt wieder in der auch sonst üblichen Art durch die Haus- und Fachärzte erfolgen. "Die Testung gesunder Personen ist von den veranlassenden Einrichtungen in Absprache mit den Betroffenen durch einen geeigneten Leistungsträger zu vermitteln", erklärte der Kreissprecher.

Weiter wurde mitgeteilt, dass die Notfallaufnahmen der regionalen Krankenhäuser nicht als Testeinrichtungen genutzt werden können. Diese versorgen täglich mehrere hundert Patienten mit verschiedensten akuten Erkrankungen und Verletzungen. "Diese Patienten gilt es zu schützen und keinem unnötigen Risiko durch die zusätzliche Durchführung von Corona-Abstrichen auszusetzen", appellierte Heinl. Für akute Corona-Patienten, die eine klinische Betreuung benötigen, stehen laut Landratsamt nach wie vor Isolationsbereiche mit Normal- und Intensivbetten zur Verfügung.

Die am bisherigen Betrieb der Ambulanzen beteiligten Partner werden laut Heinl sicherstellen, dass diese im Falle eines erheblichen Anstieges der Anzahl (potenzieller) Corona-Erkrankungen mit einer Vorlaufzeit von wenigen Tagen wieder in Betrieb genommen werden können. Eine fortlaufende Versorgung mit einem Fahrdienst für besondere Fälle soll durch den Rettungszweckverband Südwestsachsen weiterhin gewährleistet sein.

www.vogtlandkreis.de

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2Kommentare
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    Goschi
    29.06.2020

    "An wen sich erkrankte Patienten nun wenden sollen" wurde im Beitrag konkret nicht beantwortet. Fest steht nun nur an wem man sich nicht wenden kann.
    Wer mit diesem Problem konfrontiert wird weiß aber nun wenigstens wo er nicht hingehen kann.

  • 1
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    Alcapone
    25.06.2020

    Wo kein Test da kein Corona und da kein Problem und wenn sie doch jemand finden, der sie testen will, dann bezahlen sie es am besten selbst. Irgendwie bleibt bei mit diese Botschaft hängen, aber vielleicht verstehe ich einfach kein „Behördensprech“.