Der Weihnachtsschmuck wächst

Grüner wird's nicht Jetzt bricht die Zeit der Nadelbäume an. Die ähneln sich längst nicht so sehr, wie man auf den ersten Blick glauben mag.

Zwickau.

Oh Tannenbaum - das ist das Lied, das nicht nur Naturfreunde durch die nächsten reichlich vier Wochen begleitet. Das Nadelgehölz steht sinnbildlich für die Weihnachtszeit. Und wer einen Blick auf die kahl gewordenen Laubbäume wirft, der versteht die Sehnsucht nach etwas Grünem.

Schon vor einiger Zeit haben sich die Eiben in der Stadt in Schale geworfen. Die immergrünen Bäume tragen knallrote Früchte, die wie Christbaumkugeln aussehen. Oder wie winzige rote Äpfel. Die sind ja ein traditioneller Schmuck an Weihnachtsbäumen. Schon im späten Mittelalter verzierten die Menschen Tannenbäume mit Lebensmitteln - meist waren es in kleine, spitze Tüten verpackte Süßigkeiten. Der Brauch, Äpfel an den Baum zu hängen, stammt aus der Zeit. Doch Vorsicht: Die Früchte der Eiben sind nur optisch eine Entsprechung. Die Bäume sind hoch giftig. Tatsächlich ist das rote Fruchtfleisch das Harmloseste an den Pflanzen. Bei Holz, Nadeln und Samen gilt erhöhte Vorsicht. Besonders im Herbst und Winter: Dann kommt das Gift Taxin in höchster Konzentration vor.

Die Giftstoffe in den Eiben sind tödlich - nicht nur für Rinder und Pferde, sondern auch für Menschen. Und dennoch haben sie auch ihr Gutes. Denn aus der Rinde von Eiben werden Stoffe gewonnen, die zur Behandlung einer Reihe von Krebserkrankungen eingesetzt werden, beispielsweise Brust- oder Bronchialkrebse. Das Mittel wirkt, indem es die Zellteilung hemmt. Das trifft zwar auch auf gesunde Zellen zu und verursacht damit Nebenwirkungen, da sich Tumorzellen jedoch schneller teilen, verspricht die Behandlung mit Eibenrinde Erfolge.

Wegen ihrer starken Giftigkeit wird die Eibe auch in der Naturmedizin nur noch bedingt eingesetzt. Früher nutzte man eine Tinktur aus den Nadeln zur äußeren Anwendung bei Hautparasiten. Der Rauch von Eibenholz sollte böse Geister vertreiben, außerdem hieß es, dass er oft als heilig verehrte Baum gutes Holz für Zauberstäbe liefert. Geschätzt wird das Holz, weil es sehr schwer ist und sehr witterungsbeständig.

Gutes Holz - hart und schwer - liefert auch die Lärche. Dabei geht es heutzutage weniger um Zauberstäbe. Doch die Fachleute verwenden es gern für den Boots- und den Brückenbau. Lärchen werden mehr als 1000 Jahre alt - halb so alt wie Eiben - und sind die einzigen Nadelbäume in Europa, die ihre Nadeln im Winter abwerfen. Dann kann man schön die kleinen Zapfen sehen, die wiederum gern als Schmuck am Weihnachtsbaum verwendet werden - angemalt mit silberner oder goldener Farbe.

Die Europäische Lärche war 2012 Baum des Jahres. Sie gehört zu den Kieferngewächsen, braucht viel Licht, und sie ist der einzige Nadelbaum, der deutliche Farbakzente setzt - im Herbst mit goldenen Nadeln, im Frühjahr nehmen die weiblichen Zapfen eine purpurne Färbung an, die im Laufe des Sommers immer grüner werden.

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