Drachenflieger wollen Sicherheit

Der Thierfelder Verein muss nach Ablauf des Pachtvertrages keine Kündigung fürchten. Doch das herrliche Gelände weckt Begehrlichkeiten.

Hartenstein.

Der Pachtvertrag zwischen dem 1. Drachenfliegerclub Sachsen und der Stadt Hartenstein läuft weiter wie gehabt. Das ist das Ergebnis einer längeren Diskussion im Stadtrat. Der Club um den Vorsitzenden Jan Lozek war schon jetzt an einer Verlängerung des bis 2025 währenden Vertrages interessiert. Das wird vorerst nicht passieren. Wie Bürgermeister Andreas Steiner (parteilos) jedoch erklärte, muss sich der Verein keine Sorgen machen, dass er 2025 rausfliegt. Allerdings gibt es noch weitere Interessenten für das Gelände der ehemaligen Reichssegelflugschule.

Steiner: "Wir sind jahrelang mit dem alten Vertrag gut gefahren und es hat ganz gut funktioniert." Gelegentlich gebe es Klagen, dass sich einer belästigt fühle, wenn er am Pool liege und ein Drachenflieger kreise über ihm. Solchen Beschwerden gehe er aber nicht nach, im Gegenteil: "Ich lache darüber." Nicht in Ordnung sei allerdings, dass es zu unangemeldeten Unterverpachtungen gekommen sei. Vertraglich sei geregelt, dass der Eigentümer darüber informiert werden muss.

Lozek zufolge handelt es sich um Konzerte des Christlichen Vereins Junger Leute Hartenstein. Die jungen Leute dürften gegen eine geringe Pauschale Rockkonzerte veranstalten, sogar zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst. Das sei gelegentlich eine Herausforderung: "Da kommen 300 bis 400 Leute, alles steht voller Autos auf Grundstücken, die uns nicht gehören. Wir haben aber gesagt, Vereine helfen Vereinen und deswegen haben wir das erlaubt", so der Vereinsvorsitzende. Mittlerweile haben die Drachenflieger den Jungen Christen auch gestattet, das Equipment für ihre mehrtägigen Veranstaltungen einzulagern. Die Einnahmen seien jedoch nur kostendeckend, der Verein wolle sich damit nicht bereichern. "Wir suchen auch weiter nach Vereinen, die mit uns zusammengehen." Das sei aber nur einmal gelungen. Ein 18 Mitglieder starker Gleitschirmverein hatte sich den Thierfeldern angeschlossen.

Nach Lozeks Worten haben die Drachenflieger in den vergangenen 20 Jahren mehr als 100.000 Euro an Bauleistungen erbracht. Jetzt müsste das Dach der Fliegerhalle neu gedeckt werden. "Das Dach ist original, mehr als 100 Jahre alt." Lozek rechnet mit 80.000 Euro, das übersteige die finanziellen Möglichkeiten des Vereins, der in dieser Angelegenheit auf die Unterstützung der Stadt Hartenstein hofft.

Nadine Sachs (CDU) versteht den Verein, der schon jetzt um eine Verlängerung des Pachtvertrages bittet. "Der Verein muss planen, auch die Investitionen. Wir sollten eine Entscheidung dazu nicht aufschieben."

Roberto Kunz (Bürgerliche Wählervereinigung) findet, dass das Areal auch anderen Vereinen zur Verfügung stehen sollte, vor allem auch in Schönwetterperioden und nicht nur im Frühjahr oder Herbst.

Da wiederum hat Rainer Damm (Bürgerliche Wählervereinigung) Bedenken: "Wir können doch einem Verein, der sich um alles kümmert und macht und tut, nicht vorschreiben, wie er das Gelände nutzt." Frank Russig (Feuerwehrverein) gab ihm Recht: "Von Mai bis Oktober haben die Drachenflieger nun mal Saison. Wir können vom Schwimmverein doch auch nicht verlangen, dass er das Wasser ablässt, nur weil die Tischtennisspieler darin spielen wollen."

Bürgermeister Steiner schloss die Diskussion mit den Worten: "Der Vertrag wird im Grundsatz so fortgesetzt, über Details muss noch geredet werden."


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