Feuerwehrleute wollen nur noch 1 Euro pro Einsatz

Mehr Geld für Ausrüstung und die Jugendfeuerwehr versprechen sich die Kameraden der Wilkau-Haßlauer Wehr. Dafür verzichten sie auf einen Großteil der ihnen zustehenden Entschädigung.

Wilkau-Haßlau.

Die Kameraden der drei Freiwilligen Feuerwehren von Wilkau-Haßlau verzichten mit der Neuregelung der Entschädigung für ihr Ehrenamt auf den größten Teil ihrer Vergütung. Das ist eine der wesentlichen Neuerungen in der vom Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossenen Satzung. Diese löst das Papier aus dem Jahr 2002 ab.

"Das ist wohl einmalig in der Region", sagte Bürgermeister Stefan Feustel (CDU) im Stadtrat vor der Beschlussfassung. Demnach verzichten die Kameraden künftig auf die bisherige Entschädigung von 3 bis 4 Euro pro Einsatzstunde und begnügen sich freiwillig mit 1 Euro pro Einsatz. Die Idee dazu kam von den Angehörigen der Feuerwehren selbst. "Die Kameraden haben erklärt, dass sie nicht des Geldes wegen in der Feuerwehr aktiv sind, sondern den Job gern machen", sagte Stadtwehrleiter Christian Paschen, der die Satzung erarbeitet hat. Es sei ein Ehrenamt, und das solle auch so bleiben. Das nicht ausgezahlte Geld soll künftig jedoch nicht in der Stadtkasse versickern, sondern in den Nachwuchs und die Ausrüstung investiert werden.

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Das allerdings ist auch eine Forderung an den Stadtrat, machte Paschen deutlich. "Wir erwarten, dass das Geld tatsächlich in die beste Ausrüstung investiert wird, die wir bekommen können", sagte der Stadtwehrleiter. Das gelte auch für Anschaffungen, für die es unter Umständen keine Fördermittel gibt. "Ich denke, das können wir verlangen", sagte er. "Immerhin setzen wir bei jedem Einsatz unsere Gesundheit oder sogar unser Leben aufs Spiel". Das sieht auch Stadtrat Stefan Jung (CDU) so. "Jetzt sind wir als Stadtrat in der Pflicht", sagte Jung.

"In den nächsten vier Jahren muss die Atemschutztechnik ausgetauscht werden", sagte Paschen. Außerdem müsse für alle Kameraden neue Einsatzkleidung beschafft werden. Zudem könne er sich vorstellen, dass die gesparten Gelder auch teilweise in den Neubau des Gerätehauses im Ortsteil Silberstraße investiert werden. Auch der Einsatzoldtimer, ein W 50 aus DDR-Zeiten, müsse so schnell wie möglich ersetzt werden. Wie viel Geld am Jahresende zur Verfügung steht, kann derzeit niemand sagen. Das hängt auch von der Zahl der Einsätze ab. Bisher mussten die Kameraden bereits 88-mal ausrücken.

Die Neuregelung soll auch ein positives Signal in Richtung der Kinder- und Jugendfeuerwehren setzen. Nach der neuen Satzung soll der Leiter der Kinderfeuerwehr künftig 50 Euro im Monat bekommen. Derzeit ist der Posten nicht besetzt. Stadtwehrleiter Paschen erhofft sich von der höheren Entschädigung auch mehr Interessenten. "Bewerber müssen nicht unbedingt Fachleute in Sachen Feuerwehr sein", sagte er. Vielmehr sei pädagogisches Geschick gefragt.

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