Fische gelangen nun problemlos bergauf

Die Hochwasserschutzmaßnahmen in Kirchberg neigen sich dem Ende entgegen. Die Bürgermeisterin atmet auf und freut sich, weniger Geld als beantragt benötigt zu haben.

Kirchberg.

Die Beseitigung der Hochwasserschäden neigt sich in Kirchberg dem Ende entgegen. 43Schadstellen hatte die Sieben-Hügel-Stadt gemeldet und dafür auch die Zusage bekommen, Fördermittel zu erhalten. Laut Bürgermeisterin Dorothee Obst (Freie Wähler) wurden rund 11,79 Millionen Euro Fördermittel zugesagt. Von den 43 Maßnahmen befinden sich derzeit vier Maßnahmen noch im Bau, "wobei es sich lediglich noch um Restleistungen handelt", ergänzte Obst. "Ich bin wirklich sehr froh, dass wir diese Mammutaufgabe in der vorgegebenen Zeit und trotz vieler Genehmigungshürden geschafft haben", sagte die Bürgermeisterin.

Aktuell seien 8,978 Millionen Euro verbaut worden (Planungskosten inklusive). Die Bürgermeisterin geht davon aus, dieses Geld in voller Höhe zurückzubekommen. Damit habe die Stadt etwa 1,9 Millionen Euro einsparen können - trotz der Fischaufstiegshilfe am Rödelbach, die wesentlich teurer geworden ist als die Verwaltung gedacht hatte.


Die Saupersdorfer Fischtreppe ist so gut wie fertig. Am 20. Juni erfolgte laut Stadtsprecherin Katrin Uhlig eine Teilabnahme der Anlage. Im August soll sie ganz fertig sein. Noch liege keine Schlussrechnung vor, daher seien die Gesamtkosten konkret noch nicht zu beziffern.

Aus der alten Fischtreppe ist praktisch eine Fischgleitstrecke geworden. Auf 45 Metern wurden das halbe Bachbett sanft angehoben und die Stützmauer erneuert. Auf der Mauer wurde zudem ein kleiner Weg angelegt. Ein Projekt, das mehr als 1 Million Euro gekostet haben dürfte.

Lange hatte der Stadtrat über diese Ausgabe diskutiert. Fast alle waren der Meinung, die durch das Hochwasser 2013 entstandenen Schäden einfach nur zu reparieren, sei schon teuer genug. Doch ab 2021 gilt eine neue EU-Wasserrahmenrichtlinie, erfuhr die Stadtverwaltung von der Unteren Wasserbehörde. Diese Richtlinie fordert, dass Gewässer dieser Art für alle Wasser- lebewesen ökologisch durchgängig sein müssen. Dabei spielte es keine Rolle, dass niemand sagen konnte, welche Lebewesen denn nun den Bach herauf und welche herab schwimmen wollen. Die Fischtreppe praktisch nur über eine Bachhälfte anzulegen - so der ursprüngliche Plan der Verwaltung - würde dann nicht mehr erlaubt sein. Zähneknirschend stimmten die Kirchberger Räte letztlich im Mai 2018 dem Komplettumbau des Bachbettes zu, allerdings nur, um Schaden von der Stadt abzuwenden. Denn ob später noch einmal 100 Prozent Fördermittel zur Verfügung stehen würden, konnte im Vorjahr niemand mit Gewissheit sagen.

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