Gruselig, süffig und kreativ

Ein Wildwestverein verlegt Halloween ein paar Tage vor. Wildenfels hat neue Bockbierkönige. Und Kunst bestimmt das Leben in Zwickau mit.

Sabine Dietrich (41), Mitglied im Verein "American Living History Club Wild East" Zwickau, tauschte am Sonnabend für ein paar Stunden das sonst übliche Western-Outfit gegen ein Halloweenkostüm. "Es macht einfach Spaß und ist immer wieder schön zu erleben, wie viele Kinder kostümiert zu uns kommen, mit großen Augen umhergehen und sich hier einmal auf eine etwas andere Art austoben. Gruseln ohne Angst zu haben, ist offensichtlich ganz nach ihrem Geschmack", sagte sie. Kein Problem sah sie darin, dass das traditionelle Halloween eigentlich erst morgen im Kalender steht. "Wir haben die Sache bewusst auf das Wochenende vorgezogen. Erfahrungsgemäß gehen da die Eltern und Großeltern eher mal mit ihren Sprösslingen zu so einer Veranstaltung als am Feiertag." Am Sonnabend zog es 200 große und kleine Besucher zur 19. Halloween-Fete in die Westernstadt auf dem Zwickauer Windberg. Es war zugleich die letzte öffentliche Veranstaltung des Vereines für dieses Jahr. Für 2019 haben sich die Westernfans besonders viel vorgenommen. Dann nämlich wird in "Wild East Town" das 20-jährige Bestehen des Vereines gefeiert.awo

Heidi Jukel (66) aus Wildenfels und der Reinsdorfer Ronald Stohwasser (67) sind die neuen Miss und Mister Bockbier. Während sie langjähriger Gast ist, gehört er seit diesem Jahr zum Vorstand des Freundeskreises "Schloss Wildenfels". Am Sonnabend setzten sich beide beim traditionellen Mauritius-Bockbieranstich auf Schloss Wildenfels gegen die Konkurrenz durch. Sie dürfen jetzt ein Jahr lang die zum Titel gehörende Schärpe tragen und ihr Bierchen aus dem speziellen Bockbier-Krug trinken, der für sie im Wildenfelser Schlosskeller reserviert ist. Außerdem haben sie die Chance, ihren Titel im kommenden Jahr zu verteidigen. Sowohl Heidi Jukel als auch Ronald Stohwasser sind nach ihren eigenen Worten eher Gelegenheitsbiertrinker, die den Gerstensaft in gemütlicher Runde genießen. Bevor sie sich am Sonnabend mit den Insignien ihrer Titel schmücken durften, mussten sie zunächst ihr Geschick bei einem Kronkorken-Darts-Wettkampf unter Beweis stellen und im Anschluss einige Schätzfragen rund um das Bier beantworten. Der Bockbieranstich gehört seit vielen Jahren zum festen Bestandteil des Veranstaltungsprogramms des Freundeskreises.awo

Jean Kirsten (51), Dresdner Künstler, beschäftigt sich seit 2009 mit der Raum-Harmonielehre des Universalkünstlers, Tänzers und Choreografen Rudolf Laban (1879-1958). Laban, heute nur noch Experten bekannt, gilt als eine Zentralfigur des europäischen modernen Tanzes. In Kirstens Bildern, die in der Ausstellung "Inkrustationen und andere textile Arbeiten" noch bis 15. November im Hotel "First Inn" in Zwickau zu sehen sind, geht es um Bewegung im Raum und deren Darstellung in der Fläche. Bei einer Veranstaltung in dem Haus am Kornmarkt erklärte Kirsten den Besuchern Labans Kinetografie, die auch Labanotation genannt wird. Gabriele Bocek und Cornelia Kluge vom Zwickauer Mondstaubtheater machten mit ihrem Ausdruckstanz die Theorie anschaulich. Zusammen mit der Zwickauer Galeristin Renate Lang brachte Kirsten rund 50 Gästen nicht nur Labans Kunst, sondern auch den Menschen Laban und seine Lebensumstände näher. Die beiden zeigten zwei Ausschnitte aus Labans 1927 entstandener und 2013 neu aufgeführter Choreografie "Die Nacht". "Im Original war das Stück vier Stunden lang und veranlasste die Gäste, sehr zu Labans Verdruss, zum Gähnen und Gehen", erklärte Jean Kirsten, der das neu aufgelegte und nur 26 Minuten lange Stück 2013 zur Premiere im südschweizerischen Ascona sah - dort, wo Laban seine legendären Tanzkurse veranstaltete.lth

Der Kunstverein Zwickau hat gestern Abend im Kundenberatungszentrum der Zwickauer Energieversorgung seinen Kalender für das Jahr 2019 offiziell der Öffentlichkeit präsentiert. Es ist der inzwischen 13. Kalender, den die Künstler in Zusammenarbeit mit dem regionalen Energieversorger herausbringen. Thematisch widmet er sich diesmal einem besonderen Kapitel der Bildhauerei innerhalb des Kunstvereines. Die ausgewählten Motive zeigen einen Querschnitt der Ergebnisse der in der Muldestadt bislang durchgeführten Internationalen Bildhauersymposien. Sechs derartige Veranstaltungen hat der Kunstverein seit 1994 in Zwickau auf die Beine gestellt. "Insgesamt haben an den Symposien 64 Künstler aus 20 Ländern teilgenommen. Die künstlerische Breite und Vielfalt der dabei geschaffenen Werke ist beeindruckend", sagte Kunstvereinsvorsitzender Siegfried Wagner (78). Im Kundenzentrum der Zwickauer Energieversorgung, Bahnhofstraße4, findet bis zum 23. November eine begleitende Ausstellung zum Kalender statt. Sie zeigt auf Bildtafeln alle Arbeiten, die im Rahmen der Symposien entstanden sind.awo

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