Junge Dirigenten widmen sich Schumann

Der Internationale Wettbewerb findet im kommenden Jahr zum 18. Mal in Zwickau statt. Ein besonderes Projekt ist geplant.

Zwickau.

Ein ungewöhnliches Projekt findet im kommenden Jahr aus Anlass des 18. Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerbs für Klavier und Gesang in Zwickau statt. Das sagt Mathias Merz, Sprecher der Stadtverwaltung. Die Rede ist vom Projekt "Masterclass dirigieren - Schumann Zwickau 2020".

Vom 30. Mai bis 1. Juni erarbeiten drei junge Dirigenten, Stipendiaten des Deutschen Musikrates, gemeinsam mit einem eigens zusammen gestellten Projektchor vier Chor- balladen sowie eine Ouvertüre Robert Schumanns. Die Leitung hat Howard Arman, Chefdirigent des Chors des Bayerischen Rundfunks. Das Abschlusskonzert am 4. Juni ist zugleich das Eröffnungskonzert für den Internationalen Schumann-Wettbewerb. Chöre, die im Projektchor mitwirken möchten, können sich noch bis 3. August beim Verband Deutscher Konzertchöre (VDKC) bewerben, sagt Merz.


Das Projekt wird in Kooperation von VDKC, dem Dirigentenforum des Deutschen Musikrates und der Stadt Zwickau durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen Robert Schumanns drei große Balladen für gemischten Chor, Soli und Orchester "Der Königssohn" op. 116, "Des Sängers Fluch" op. 139 und "Vom Pagen und der Königstochter" op. 140 sowie die Ouvertüre über das Rheinweinlied op. 123. Die vier Kompositionen werden äußerst selten aufgeführt, obwohl die drei orchester- begleiteten Chorballaden zu Schumanns Hauptwerken gehören.

Die Kurse finden am Pfingstwochenende 2020 statt und sind öffentlich. In einem "Atelier" kommen drei junge Dirigenten als Stipendiaten des Dirigentenforums des Deutschen Musikrates nach Zwickau, um unter Leitung von Howard Arman die drei Chorballaden mit Chor, Orchester und Solisten zu erarbeiten. Im Konzert, das am 4. Juni im Konzert- und Ballhaus "Neue Welt" stattfindet, wird er das Schlusswerk dirigieren. Als Gesangssolisten sind ehemalige Preisträger des Wettbewerbs zu hören. Den Orchesterpart übernimmt das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau. Der Internationale Robert-Schumann-Wettbewerb für Klavier und Gesang findet dann bis 14. Juni 2020 statt und richtet sich an talentierte Nachwuchskünstler. Eingeladen sind Pianistinnen und Pianisten, die nach dem 31. Dezember 1989 geboren sind, sowie Sängerinnen und Sänger, die nach dem 31. Dezember 1987 auf die Welt kamen. Die besten Künstler werden mit einer Gold-, Silber- oder Bronzemedaille ausgezeichnet. Vergeben wird außerdem ein eigener Liedbegleiter-Preis. Das Preisgeld aller Kategorien beträgt insgesamt rund 70.000 Euro. Die Anmeldung muss bis spätestens 15. Februar 2020 erfolgt sein. Zum letzten Wettbewerb im Jahr 2016 waren 226junge Künstler aus 39 Ländern angereist, sagt Mathias Merz.

Der Dirigent, Chorleiterund Komponist Howard Arman wurde in London geboren und ließ sich am Trinity College of Music in London ausbilden. Er kooperierte mit renommierten englischen Ensembles und erweiterte seinen Wirkungskreis auf zahlreiche europäische Länder. In Deutschland arbeitete er mit den Chören des NDR, des SWR und von Rias Berlin zusammen. Längerfristige künstlerische Bindungen ging er von 1983 bis 2000 beim Salzburger Bachchor sowie von 1998 bis 2013 als Künstlerischer Leiter des MDR-Rundfunkchores Leipzig ein. Von 2011 bis 2016 war er Musikdirektor des Theaters Luzern, zurzeit ist er als Chefdirigent des Chores des Bayerischen Rundfunks tätig. (ja)

Weitere Erläuterungen zum 18. Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb in Zwickau und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auch im Internet.

www.schumann-zwickau.de

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