Kein Mob. Nirgends

Schwansinn: Was Zwickau diese Woche bewegte

So ein Landesvater, der hat ja Vorbildwirkung für unser-einen. Auch wenn er der Sohn der meisten von uns sein könnte. Er ist im Denken reifer, und darauf kommt es an. Wenn der sagt, es gab nach dem Verbrechen an einem Chemnitzer keine aufgewiegelte Volksmenge (=Mob) auf den Straßen, dann hat er einfach Rechts. Und löst damit das Problem. Denn wir Sachsen sind fischelant - auch bei der Konfliktbewältigung. Das spart uns künftig jede Menge Zeit für Wichtigeres, zum Beispiel die Eroberung der Weltherrschaft. Die Chinesen können sich schon mal warm anziehen mit ihrer Neuen Seidenstraße, wenn wir ihnen den Baikonurweg bis Peking bauen.

Nehmen wir zum Beispiel die bevorstehende Zwickauer Stadtrats- sitzung. In zehn Minuten dürfte die über die Bühne gehen. Nix mehr mit endlosen Stunden quälender Diskussionen, in denen die Beteiligten so schön die Spülmaschine ausräumen oder die Lösung für den weltweiten Sieg über den Hunger finden könnten. Der Antrag wegen der Vorkommnisse auf dem Neumarkt? Es gab keine Vorkommnisse! Nächster Tagesordnungspunkt.

Auch die Elektroautos von VW werden mit dieser Herangehens-weise den Absatz finden, den wir brauchen, damit hier nicht alles den Bach runter geht. Fragen wie "Wieso sind die Karren so teuer, und wo soll ich sie aufladen?" stellen sich einfach nicht mehr, denn natürlich sind sie spottbillig. Steckdosen gibt es in jedem Zimmer, tragbare Auf- ladegeräte in der Handtasche jeder Smartphonebesitzerin und Verlängerungskabel in jeder Besenkammer. Gleich neben dem Mopp.

Auch mit Rassismus haben wir in Zwickau keinerlei Sorgen. Das konnte man nach dem Polizeieinsatz gegen drei aggressive junge Deutsche am Donnerstag auf der Hauptstraße wieder prima beobachten. Eine Polizistin forderte einige Schaulustige auf: "Und jetzt gehen wir alle nach Hause!" Was die beiden beige-gestreiften Herren daraufhin zu dem Dunkelhäutigen neben sich gesagt haben? "Bis morgen, mein Freund!" - war's leider nicht, verzwickt und zugenäht!

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